10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Birgitta Schulz10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Ein neuer Eintrittspreis von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest in Solingen sorgt für Aufsehen – besonders bei älteren Bürgern
Der neu eingeführte Eintrittspreis von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest in Solingen hat bei ortsansässigen Rentnern für Kritik gesorgt. Der Seniorenbeirat der Stadt übt scharfe Kritik an der Gebühr und argumentiert, sie belaste ältere Mitbürger mit festen Einkommen unangemessen. Die Veranstalter rechtfertigen die Maßnahme mit gestiegenen Sicherheitskosten, doch Gegner warnen, dass dadurch der inklusive Charakter des Festes auf dem Spiel stehe.
Der Streit entzündete sich, als das Fest den Eintrittspreis von 10 Euro einführte – davon werden lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet. Der Solinger Seniorenbeirat zeigte sich besorgt und wies darauf hin, dass viele Rentner selbst kleine Zusatzkosten kaum stemmen könnten. Besonders problematisch sei, dass ein einziger kostenfreier Familientag am Sonntag älteren Besuchern, die oft allein lebten und auf solche Veranstaltungen als soziale Kontakte angewiesen seien, kaum helfe.
Die Arbeitsgemeinschaft gegen Altersarmut unterstützte diese Bedenken und betonte, dass die steigenden Lebenshaltungskosten ohnehin schon die knappen Renten belasteten. Die Gebühr könnte viele Senioren ausschließen und damit die Funktion des Festes als gemeinschaftliches Ereignis untergraben, warnten die Aktivisten. Die Veranstalter entgegneten, dass sie angesichts höherer Sicherheitsausgaben keine andere Wahl gehabt hätten, als einen Teil der Kosten auf die Besucher umzulegen.
Der Seniorenbeirat fordert nun alternative Lösungen, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für ältere Besucher oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Ohne Änderungen drohe das Fest seinen Charakter als Veranstaltung für alle zu verlieren, so die Befürchtung. Die Debatte hat zudem eine grundsätzliche Diskussion über Bezahlbarkeit im öffentlichen Leben ausgelöst: Sollten kommunale Traditionen wirklich mit einem Preisetikett versehen werden?
Bis auf Weiteres bleibt die 10-Euro-Gebühr bestehen, doch der Druck auf eine fairere Regelung wächst. Werden keine Anpassungen vorgenommen, könnten viele ältere Solinger künftig nicht mehr teilnehmen. Das Ergebnis könnte richtungsweisend dafür sein, wie die Stadt künftig den Spagat zwischen Tradition, Zugänglichkeit und steigenden Kosten meistert.






