300.000 Euro verloren: Mann fällt auf Social-Engineering-Betrug herein
Elwira Speer300.000 Euro verloren: Mann fällt auf Social-Engineering-Betrug herein
Ein Mann aus dem Landkreis Dachau hat 300.000 Euro durch einen raffinierten Social-Engineering-Betrug verloren. Die Betrüger gaben sich als Finanzexperten aus und überredeten ihn, in gefälschte Online-Handelsplattformen zu investieren. Erst als seine Konten geleert waren, erkannte das Opfer den Schwindel.
Der Betrug begann mit einer Werbeanzeige für ein "Online-Handelsprojekt", die dem Mann auf seinem Facebook-Feed angezeigt wurde. Dort wurden ihm hohe Renditen aus Devisen-, Aktien-, Rohstoff- und Kryptowährungshandel versprochen. Neugierig geworden, klickte er darauf und wurde kurz darauf von zwei Personen kontaktiert: einem "persönlichen Kontomanager" und einem "persönlichen Experten". Beide kommunizierten mit ihm über WhatsApp und bauten über Wochen Vertrauen auf.
Die Betrüger überredeten das Opfer, die App AnyDesk zu installieren, die ihnen Fernzugriff auf sein Handy und seine Bankkonten ermöglichte. Anschließend räumten sie sein Handelskonto sowie beide Girokonten leer und überwiesen insgesamt 300.000 Euro auf ein Konto nach Malta. Das Geld wurde in Echtzeit verschoben und ist vermutlich sofort nach der Umleitung verschwunden.
Um seine "Investitionen" zu finanzieren, nahm der Mann einen Kredit über 65.000 Euro auf und verwendete den Erlös aus dem Verkauf einer geerbten Wohnung. Trotz Warnungen seiner Familie und seiner Bank wegen verdächtiger Transaktionen blieb er überzeugt, dass das Angebot seriös sei. Erst als seine Konten vollständig geleert waren, wurde ihm klar, dass er hereingelegt worden war.
Die Ermittler vermuten, dass das maltesische Konto, auf das die Gelder flossen, kurz nach der Überweisung geschlossen wurde. Der Fall zeigt, wie stark die Gefahr von Social-Engineering-Angriffen zunimmt, bei denen Einzelpersonen über gefälschte Anlageangebote abgegelenkt werden.
Das Opfer steht nun vor erheblichen finanziellen Verlusten, darunter Kreditschulden und aufgebrauchte Ersparnisse. Die Polizei ermittelt, warnt jedoch, dass die Rückholung von ins Ausland transferierten Geldern oft kaum möglich ist. Der Fall dient als Mahnung vor den Risiken unaufgefordeter Anlageangebote in sozialen Medien.