Aiwanger lehnt SMR-Reaktoren ab und setzt auf Gaskraftwerke als Energielösung
Elwira SpeerAiwanger zweifelt am Nutzen von Söders Mini-Kernreaktoren - Aiwanger lehnt SMR-Reaktoren ab und setzt auf Gaskraftwerke als Energielösung
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lehnt kleine modulare Reaktoren (SMR) als kurzfristige Lösung für die Energiekrise in Deutschland ab. Während Ministerpräsident Markus Söder Pläne für ein neues Kernkraftwerk im Land unterstützt, betont Aiwanger, dass Gaskraftwerke derzeit die einzige praktikable Alternative darstellen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase intensiver Debatten über die künftige Energieversorgung des Landes und politischer Meinungsverschiedenheiten zur Kerntechnologie.
Aiwanger verwies darauf, dass Deutschland nicht über das nötige Know-how verfüge, um SMRs innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu entwickeln. Zwar gebe es bereits betriebsbereite Reaktoren in Russland und China, doch Projekte in Kanada und den USA verzögerten sich weiterhin. Selbst von der EU geförderte Vorhaben in Frankreich, Großbritannien, Polen und Tschechien – die eine Inbetriebnahme in den frühen 2030er-Jahren anstreben – seien auf InvestEU-Garantien in Höhe von 200 Millionen Euro angewiesen. Die Bundesregierung stehe der Technologie jedoch weiterhin ablehnend gegenüber.
Der Minister kritisierte zudem Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche, deren vorzeitige Themensetzungen die Energiedebatte nur verunsicherten. Durch die Einführung neuer Diskussionspunkte zu früh riskiere sie, in der Öffentlichkeit Zweifel an machbaren Lösungen zu schüren, warnte Aiwanger. Trotz seiner Skepsis schloss er die Kernenergie nicht grundsätzlich aus, bestehe aber darauf, dass Gaskraftwerke in den kommenden Jahren Vorrang haben müssten.
Bayerns Haltung wird durch den Widerstand auf Bundesebene zusätzlich verkompliziert. Zwar lehnt die Bundesregierung SMRs ab, doch bayerische Ingenieursunternehmen könnten als Zulieferer in EU-Projekten dennoch profitieren. Aiwangers Forderung nach einem zügigen Ausbau von Gaskraftwerken spiegelt die Sorge wider, akute Versorgungslücken schließen zu müssen – auch wenn die langfristige Diskussion über Kernenergie weitergeht.
Aiwangers Position unterstreicht die Kluft zwischen den bayerischen Ambitionen und der aktuellen Energiepolitik Deutschlands. Da SMRs kurzfristig nicht umsetzbar erscheinen, bleiben Gaskraftwerke der zentrale Baustein, um Engpässe zu überbrücken. Die Debatte zeigt die größeren Spannungen auf, die entstehen, wenn kurzfristige Bedürfnisse mit langfristigen Strategien für Kernenergie und Erneuerbare in Einklang gebracht werden müssen.