"Arbeit – aber wie?": Wie Menschen mit Behinderung und Fluchterfahrung bessere Jobchancen bekommen
Elwira Speer"Arbeit – aber wie?": Wie Menschen mit Behinderung und Fluchterfahrung bessere Jobchancen bekommen
Rund 80 Vertreter aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft trafen sich in Regensburg, um eine drängende Frage zu diskutieren: Wie lassen sich die Berufschancen für Menschen mit Behinderung und Migrations- oder Fluchtgeschichte verbessern? Die unter dem Titel "Arbeit – aber wie?" stehende Veranstaltung fand im Diözesanzentrum Obermünster statt und konzentrierte sich auf den Austausch von Lösungsansätzen und Erfolgsgeschichten.
Eröffnet wurde der Kongress mit Reden prominenter Gäste, darunter die Regierungsrätin Tanja Schweiger, der Landtagsabgeordnete Karl Straub und Bernadette Dechant. Auch Holger Kiesel, der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, richtete Worte an die Teilnehmer. Ihre Beiträge bildeten den Rahmen für Diskussionen über Bürokratieabbau, frühzeitige Förderung und Peer-Beratung als Wege, um Arbeitssuchende zu stärken.
Zoya Dimitrova, eine blinde Frau aus Bulgarien, teilte ihre persönliche Geschichte. Obwohl sie zunächst keinen Zugang zu Integrationskursen hatte, arbeitet sie heute bei der Bundesagentur für Arbeit. Ihr Werdegang stand exemplarisch dafür, wie praktische Unterstützung und gesellschaftliche Offenheit den Unterschied machen können.
Die Teilnehmer erörterten konkrete Maßnahmen, um Hindernisse abzubauen. Vorschläge umfassten die sichtbarere Darstellung positiver Beispiele, den Ausbau von Netzwerken und eine stärkere Praxisorientierung in der Berufsausbildung. Der Oberpfälzer Landkreis, in dem die Veranstaltung stattfand, zählt rund 35.160 Menschen mit Behinderung – darunter 400 Kinder und junge Erwachsene unter 25 Jahren. Gleichzeitig besitzen fast 23.800 Einwohner keinen deutschen Pass, wobei unklar bleibt, wie viele von ihnen zusätzlich eine Behinderung oder chronische Erkrankung haben.
Obwohl genaue Beschäftigungszahlen für geflüchtete Menschen mit Behinderung fehlen, zeigen Daten eine hohe Armutsquote (14–18 %) in dieser Gruppe. Bis 2024 waren über 1,26 Millionen Menschen mit Behinderung in Deutschland auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. Der Kongress betonte, dass gelungene Inklusion politische Rahmenbedingungen, praktische Hilfen und die Bereitschaft zur Anpassung voraussetzt.
Die Veranstaltung endete mit einer klaren Botschaft: Berufliche Inklusion von geflüchteten Menschen mit Behinderung ist machbar. Gesellschaftliche Offenheit, gezielte politische Maßnahmen und konkrete Unterstützung wurden als entscheidend identifiziert. Organisatoren und Teilnehmer verließen den Kongress mit handfesten Ideen, um den Zugang zum Arbeitsmarkt in der Region zu verbessern.






