Ariane Group plant neue Langstreckenrakete für Europas strategische Unabhängigkeit
Birgitta SchulzAriane Group entwickelt ballistische Raketen - Ariane Group plant neue Langstreckenrakete für Europas strategische Unabhängigkeit
Europäischer Luft- und Raumfahrtkonzern Ariane Group prüft Entwicklung eines neuen langstreckigen ballistischen Raketensystems
Das als MBT bekannte Programm würde für das Unternehmen einen Kurswechsel bedeuten, das vor allem für zivile Trägerraketen und Frankreichs nukleare Abschussysteme bekannt ist. Wie aus Kreisen des Konzerns verlautet, haben bereits erste Gespräche mit mehreren Regierungen stattgefunden – darunter auch mit Deutschland.
Die Ariane Group, ein Joint Venture von Airbus und Safran, hat vorläufige Sondierungsgespräche über das MBT-System aufgenommen. Vincent Pery, Leiter der Militärsparte des Unternehmens, traf sich bereits mit Vertretern mehrerer europäischer Staaten. Besonders großes Interesse zeigen dabei Frankreich und Deutschland: Während die Bundesregierung erste Vorabgespräche führte, steht das französische Verteidigungsministerium in fortlaufendem Austausch mit dem Konzern.
Im Gegensatz zu den bestehenden nuklearfähigen Systemen der Ariane Group wären die MBT-Raketen mit konventionellen Sprengköpfen ausgestattet und darauf ausgelegt, Ziele in über 1.000 Kilometern Entfernung innerhalb weniger Minuten zu treffen. Ballistische Raketen folgen dabei – anders als Marschflugkörper – einer hochgeschwungenen Flugbahn, was sie zwar schneller, aber auch schwerer abfangbar macht.
Deutschland verfügt derzeit über keine eigenen langstreckigen ballistischen Raketen. Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Europa seine militärische Abhängigkeit von den USA diskutiert. Allerdings befindet sich das MBT-Programm noch in einem frühen Stadium; eine vollständige Einsatzbereitschaft würde Jahre in Anspruch nehmen.
Sollte das System realisiert werden, würde es europäischen Staaten eine neue strategische Fähigkeit verleihen. Die Beteiligung der Ariane Group deutet darauf hin, dass das Projekt von deren bestehendem Raketen-Know-how profitieren könnte. Derzeit liegt der Fokus jedoch darauf, breitere politische Unterstützung und die notwendige Finanzierung zu sichern.
Fortschritte in MBT-Projekt durch laufende Gespräche mit Deutschland
Das MBT-Programm der Ariane Group hat eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit Deutschland erlebt. Am 19. Februar 2026 fanden Diskussionen statt, die das anhaltende Interesse der deutschen Bundesregierung an der ballistischen Raketeninitiative bestätigen. Diese Gespräche folgen früheren Vorab-Austausch und deuten auf wachsende politische Unterstützung für das Projekt hin.