BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele kämpft für echte Vielfalt im Fernsehen
Birgitta SchulzBAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele kämpft für echte Vielfalt im Fernsehen
Die vierfache BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele kritisiert mangelnden Fortschritt bei Vielfalt auf dem Bildschirm
Die preisgekrönte Filmemacherin Aysha Rafaele, die bereits vier BAFTA-Awards erhalten hat, hat sich nun zu den zögerlichen Fortschritten bei der Darstellung von Schwarzen und britisch-asiatischen Communities im Fernsehen geäußert. Ihr neues Drama Rache: Mord auf der Heide (Vengeance: Murder on the Heath), das am kommenden Sonntag auf Channel 4 Premiere feiert, beleuchtet den realen „Honeytrap-Mord“ an Gagandip Singh.
Rafaele schrieb das Drehbuch zu Rache, führte Regie und produzierte den Film, in dem Asim Chaudhry und Laila Rouass die Hauptrollen spielen. Die Handlung folgt Singh, einem sikhistischen TV-Manager, der fälschlich der sexuellen Nötigung beschuldigt wurde – ein Fall, der später in einem tödlichen Verbrechen endete. Das Projekt wurde vom Unscripted-Team von Channel 4 grünes Licht gegeben, was eine schnellere Umsetzung ermöglichte.
Trotz ihres Erfolgs hatte Rafaele Schwierigkeiten, Projekte über ihre eigene Community zu realisieren. Oft arbeitet sie mit kleineren Budgets, zieht aber kreative Freiheit größeren Produktionen mit strengerer redaktioneller Kontrolle vor. Gemeinsam mit ihrem Partner Joseph Bullman findet sie zunehmend Gehör, indem sie ihre Ideen direkt an die Dokumentarfilm-Abteilungen der Sender heranträgt.
Zwar anerkennt Rafaele Fortschritte bei der besetzungsseitigen Vielfalt, doch kritisiert sie nach wie vor die Klischees in der Darstellung asiatischer Charaktere. Besonders enttäuscht zeigt sie sich, dass sich seit Adeel Akhtars BAFTA-Sieg für Von meinem Vater ermordet (Murdered by My Father) 2017 kaum etwas Grundlegendes verändert habe. Unmissverständlich sagt sie: „Seitdem ist auf dem Bildschirm rein gar nichts Passendes entstanden“ – zumindest nicht in Sachen echter Repräsentation.
Rache: Mord auf der Heide wird am Sonntagabend auf Channel 4 ausgestrahlt. Rafaeles Werk bleibt ein wichtiger Impuls für mehr Vielfalt, doch sie betont weiterhin die Hürden, mit denen sie bei der Umsetzung diverser Geschichten konfrontiert ist. Das Drama markiert einen weiteren Schritt in ihrem Einsatz, unterrepräsentierte Stimmen einem breiten Publikum näherzubringen.






