Bayerische Cannabis-Vereine scheitern trotz Legalisierung an harter Bürokratie
Dörthe KrauseBayerische Cannabis-Vereine scheitern trotz Legalisierung an harter Bürokratie
Cannabis-Anbauvereine in Bayern erleben trotz Teil-Legalisierung in Deutschland immer wieder Rückschläge. Der Buds Collective e.V. in Grafenwöhr ist die jüngste Initiative, deren Pläne kurz vor der geplanten Abgabe von Cannabis an Mitglieder von Behörden blockiert wurden. Kritiker werfen der Bürokratie vor, legale Versorgungswege gezielt zu behindern, während der Schwarzmarkt weiter floriert.
Der Verein hatte monatelang um die Genehmigung als erster lizenzierter Anbauverein in der Oberpfalz gerungen. Nach Verzögerungen seit Anfang 2024 stand die Ausgabe schließlich kurz bevor – doch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) griff ein. Die Behörde erklärte den gewählten Standort zum "nicht genehmigten Abgabeort" und drohte mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro.
Der Vereinsvorsitzende, Christian Pschierer, bezeichnete die Entscheidung als "bürokratische Willkür" und kündigte an, sich am 29. November erneut zu bewerben – diesmal mit strenger Einhaltung aller Vorschriften. Um Bayerns strenge Regeln zu umgehen, hatte der Verein sein Cannabis sogar im Nachbarland Sachsen angebaut, wo die Hürden niedriger sind. Doch selbst das reichte nicht aus: Das LGL stoppte den Prozess im letzten Moment.
Bayerns Kurs unter Ministerpräsident Markus Söder zählt zu den restriktivsten in Deutschland. Durch eine besonders harte Auslegung des Gesetzes verhindert seine Regierung effektiv, dass Vereine ihre Mitglieder legal beliefern. Ein weiterer bayerischer Verein, Franken Cannabis, musste kurz nach seiner ersten Abgabe schließen, weil es Streit um Baugenehmigungen gab. Stand Ende 2025 hat seit der Teil-Legalisierung noch kein offiziell anerkannter Verein in Deutschland erfolgreich Cannabis an Mitglieder verteilt.
Die wiederholten Blockaden legaler Cannabisclubs lassen das bayerische System in einer Sackgasse enden. Ohne funktionierende Vertriebskanäle bleibt Mitgliedern der Zugang zu reguliertem Cannabis verwehrt. Gleichzeitig geben die Behörden die Schuld für das Weiterbestehen des Schwarzmarkts externen Faktoren – statt der eigenen restriktiven Umsetzungspraxis.