Bayern riskiert Milliardendeal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und gegen lokale IT-Firmen
Birgitta SchulzBayern riskiert Milliardendeal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und gegen lokale IT-Firmen
Bayern will noch vor Jahresende einen Milliardendeal mit Microsoft besiegeln. Der Vertrag im Volumen von knapp einer Milliarde Euro über fünf Jahre soll Städten und Kommunalverwaltungen den Zugang zu Microsoft 365 E5 – inklusive Teams – ermöglichen. Kritiker monieren, dass die Vergabe ohne Ausschreibungswettbewerb erfolgte und damit ein US-Konzern gegenüber heimischen IT-Unternehmen bevorzugt werde.
Unterdessen setzt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag auf die Open-Source-Plattform OpenDesk. Mit dem Schritt will das Gericht mögliche US-Sanktionen umgehen, die Organisationen treffen könnten, die auf amerikanische Technologieanbieter angewiesen sind.
Die Spannungen zwischen europäischen Behörden und US-Techgiganten haben sich seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit weiter verschärft. Der geplante Bayern-Vertrag heizt die Debatte zusätzlich an, da er voraussichtlich jährlich 200 Millionen Euro oder mehr an Steuergeldern an Microsoft fließen lässt. Zwar sichert der Deal den Zugang zu Microsoft 365 E5, doch lokale IT- und Open-Source-Firmen kritisieren das Fehlen einer transparenten Ausschreibung.
Für Microsoft ist der Bayern-Deal ein äußerst lukratives Geschäft. Mit minimalem Aufwand sichert sich der Konzern erhebliche Einnahmen – genug, um aktuelle Verluste auszugleichen und den Aufwärtstrend der Aktie zu stützen. Die Bundesausgaben für Microsoft in Deutschland haben sich seit 2023 bereits verdoppelt und liegen bei 481,4 Millionen Euro.
Als Reaktion auf ähnliche Drucksituationen geht der Internationale Strafgerichtshof einen anderen Weg. Durch die Umstellung auf OpenDesk verringert das Gericht seine Abhängigkeit von US-Technologie und minimiert so das Risiko von Sanktionen. Der Wechsel spiegelt eine wachsende Skepsis europäischer Institutionen wider, die sich zunehmend gegen die Dominanz amerikanischer Softwareanbieter stellen.
Der Vertrag mit Microsoft bindet Bayern langfristig an den Tech-Riesen. Das Vorhaben, das über fünf Jahre mehr als eine Milliarde Euro umfassen soll, steht wegen der fehlenden Ausschreibung in der Kritik. Gleichzeitig zeigt der Wechsel des Strafgerichtshofs zu Open-Source-Software alternative Wege auf, um sich der Vorherrschaft US-amerikanischer Technologiekonzerne und möglicher Sanktionen zu entziehen.






