16 March 2026, 10:13

Bayern zahlt Millionen für leere Flüchtlingsunterkunft in Markt Schwaben

Ein leerer Raum mit einer Backsteinwand mit einem Loch und einem Boden, der mit verschiedenen Gegenstönden bedeckt ist, was auf ein verlassenen Geböude hindeutet.

Bayern zahlt Millionen für leere Flüchtlingsunterkunft in Markt Schwaben

Bayern steht vor teurer Leerstandsaffäre um ungenutzte Flüchtlingsunterkunft in Markt Schwaben

Die bayerische Staatsregierung sitzt auf einem kostspieligen Problem: Eine angemietete Flüchtlingsunterkunft in Markt Schwaben steht seit ihrer Anmietung leer – und die Steuerzahler müssen bis 2030 für das ungenutzte Objekt aufkommen. Obwohl der Mietvertrag bereits 2023 unterzeichnet wurde, verhinderte massiver Widerstand der Anwohner, dass die Immobilie jemals ihrem eigentlichen Zweck diente.

Das Gebäude war ursprünglich als Unterkunft für Geflüchtete vorgesehen worden. Doch wegen der Proteste aus der Nachbarschaft wurde es nie bezogen. Trotzdem bleibt der Vertrag unverändert in Kraft – eine vorzeitige Kündigung ist ausgeschlossen.

Die Laufzeit erstreckt sich bis September 2030, sodass Bayern für die volle siebenjährige Dauer zahlen muss. Monatlich belaufen sich die Kosten auf rund 12.000 Euro, was jährlich 144.000 Euro entspricht. Über den gesamten Zeitraum summieren sich die Ausgaben auf etwa 1,008 Millionen Euro – für ein Gebäude, das ungenutzt bleibt.

Die Miete liegt bei etwa 20 Euro pro Quadratmeter für rund 600 Quadratmeter Fläche und damit deutlich über dem örtlichen Durchschnitt von etwa 16 Euro. Um die Verluste zu begrenzen, hat die Regierung von Oberbayern die Räumlichkeiten bereits als Büro- oder Gewerbefläche inseriert. Bisher fand sich jedoch kein Mieter.

Unklar ist, wie viele ähnliche Fälle es in Bayern gibt: leerstehende Flüchtlingsunterkünfte mit langfristigen Mietverträgen. Die Landesregierung hat keine Zahlen zu vergleichbaren Fällen in der Region veröffentlicht.

Da eine vorzeitige Auflösung des Vertrages nicht möglich ist, wird Bayern die Miete für das ungenutzte Gebäude bis zum Ablauf der Frist weiterzahlen müssen. Die Gesamtkosten werden bis 2030 die Marke von einer Million Euro überschreiten. Versuche, die Fläche anderweitig zu nutzen, blieben bisher erfolglos – die Immobilie steht leer, und der Freistaat haftet für die vollen Mietkosten.

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