18 June 2026, 22:10

Bayreuther Festspiele in der Kritik nach abgesagter Friedman-Veranstaltung

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele in der Kritik nach abgesagter Friedman-Veranstaltung

Die Bayreuther Festspiele stehen in der Kritik, nachdem sie eine nicht angekündigte Veranstaltung mit Michel Friedman abgesagt hatten. Die Entscheidung löste eine öffentliche Kontroverse aus, in der Friedman dem Festival vorwarf, sein Engagement gegen Antisemitismus herunterzuspielen. Später entschuldigte sich das Festival und bestätigte, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden werde.

Erstmals berichtet hatte die Süddeutsche Zeitung über die Absage der Veranstaltung mit Friedman. Die Festspielleiterin Katharina Wagner nannte Sicherheitsbedenken als Grund für die ursprüngliche Entscheidung. Friedman konterte, das Festival verharmlose die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und bezeichnete den Festspielort als „kontaminiert“.

Die Bayreuther Festspiele setzen sich seit Langem mit Richard Wagners Antisemitismus auseinander – in ihren Produktionen, Symposien und Gedenkveranstaltungen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sie Maßstäbe für die kontextuelle Aufarbeitung von Kunst und ihrer Geschichte gesetzt. Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägten dabei maßgeblich die künstlerische Ausrichtung des Festivals.

Der renommierte Dirigent Christian Thielemann enthüllte, er habe bereits vor über einem Jahr über eine ähnliche Veranstaltung gesprochen, seine Teilnahme jedoch nie zugesagt, da Terminüberschneidungen bestanden. Das Festival präzisierte, dass es vor diesem Vorfall nie eine offizielle Veranstaltung mit Friedman geplant habe.

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Mittlerweile hat sich das Festival bei Friedman entschuldigt und die Durchführung der Veranstaltung bestätigt. Der Streit zeigt die anhaltenden Spannungen auf, die mit dem Umgang des Festivals mit seiner umstrittenen Geschichte verbunden sind. Weitere Absagen wurden bisher nicht bekannt gegeben.

Quelle