30 March 2026, 14:16

Berlins "Noch eins!"-Aktion zeigt Herz: Wie ein Extra-Einkauf Leben verändert

Gruppe von Menschen vor einem Supermarkt mit Einkaufstägern, einigen mit Einkaufstägern, mit einem Einkaufswagen, Topfpflanze, Regalen, Schildern und Deckenbeleuchtung.

Berlins "Noch eins!"-Aktion zeigt Herz: Wie ein Extra-Einkauf Leben verändert

Eine kleine Geste mit großer Wirkung: Berlins "Noch eins!"-Aktion bringt Hoffnung zu Ostern

In Berlin zeigt sich in diesen Ostertagen, wie viel eine einfache Geste der Nächstenliebe bewirken kann. Kundinnen und Kunden in 15 Supermärkten der Stadt werden aufgefordert, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt mitzunehmen – und es für Bedürftige zurückzulassen. Die Kampagne "Noch eins!" der Berliner Tafel soll die Lebensmittelspenden in einer Zeit steigender Nachfrage verstärken.

Bis zum 4. April 2026 läuft die Aktion in Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland. Einer der meistfrequentierten Sammelpunkte ist der Edeka-Markt in der Karl-Marx-Straße 101 in Neukölln. Obwohl das Viertel nicht zu den wohlhabenden gehört, spenden viele Anwohnerinnen und Anwohner großzügig.

Freiwillige wie Anne, Uschi und Marianne stehen an den Kassen, nehmen die Spenden entgegen und tauschen sich mit den Kundinnen und Kunden aus. Die 33-jährige Anne arbeitet eigentlich im KaDeWe, doch jeden Donnerstag opfert sie ihre freie Zeit für die Tafel. Uschi berichtet oft von älteren Menschen, die mit hartem Essen kämpfen – weil sie schlechte Zähne haben oder keinen Strom zum Kochen.

Die Berliner Tafel verteilt monatlich 660 Tonnen Lebensmittel und unterstützt damit rund 94.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften und Suppenküchen. Die Organisation betreibt ein Logistikzentrum und eine Flotte von 25 Kleintransportern, um Spenden abzuholen und zu verteilen. Die Nachfrage hat sich seit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und der steigenden Inflation fast verdoppelt.

Die "Noch eins!"-Kampagne findet auch zum Erntedankfest und zu Weihnachten statt und bringt jedes Jahr zusätzliche Tonnen an Lebensmitteln ein. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 970 Tafel-Einrichtungen – die erste eröffnete 1993 in Berlin. Ihre Zahl wächst stetig, denn immer mehr Menschen geraten in Not.

Die Osteraktion ist Teil eines langfristigen Engagements gegen Armut in Berlin. Die Spenden der Kundschaft helfen, die Lager der Tafel für die kommenden Monate zu füllen. Jedes zusätzliche Produkt, das jetzt gesammelt wird, kommt direkt tausenden Familien zugute, die sich kaum noch Mahlzeiten leisten können.

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