BMW-Chef Peter kritisiert EU im Zollstreit und dämpft E-Auto-Euphorie bis 2035
Birgitta SchulzBMW-Chef Peter kritisiert EU im Zollstreit und dämpft E-Auto-Euphorie bis 2035
BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter kritisiert EU-Rolle im Zollstreit mit den USA
Der Vorsitzende des BMW-Aufsichtsrats, Nicolas Peter, hat die Haltung der EU im anhaltenden Handelskonflikt mit den USA scharf kritisiert. Die Spannungen hatten sich nach der jüngsten Erhöhung der Einfuhrzölle auf europäische Autos weiter verschärft. In einem Interview mit der Zeit äußerte sich Peter zudem zur Zukunft der Elektromobilität und den Handelsbeziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten.
Auslöser der Eskalation war die Entscheidung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump, die Zölle auf europäische Autoimporte von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Trump warf der EU vor, ihre Verpflichtungen aus dem bestehenden Handelsabkommen nicht erfüllt zu haben. Peter forderte daraufhin beide Seiten auf, die Verhandlungen zügig abzuschließen – mit der Warnung, dass weitere Verzögerungen die Konflikte nur verschärfen würden.
Trotz der aktuellen Handelsreibereien betonte Peter, dass die USA und die EU mehr gemeinsame Interessen hätten, als die aktuelle Debatte vermuten lasse. Gleichzeitig mahnte er die EU, ihre Zusagen einzuhalten, und plädierte für Kooperation statt Konfrontation, um die Streitpunkte schneller zu lösen.
Elektroautos: Wachsender Markt, aber keine vollständige Umstellung bis 2035
Zur Elektromobilität prognostizierte Peter, dass bis 2035 mehr als die Hälfte der Kundschaft rein batteriebetriebene Fahrzeuge bevorzugen werde. Eine vollständige Umstellung auf E-Autos in Europa hält er jedoch für unrealistisch – selbst bis zu diesem Zeitpunkt werde der Anteil deutlich unter 90 Prozent liegen. Die jüngsten stark gestiegenen Spritpreise kritisierte er als untaugliches Mittel, um den Wandel hin zur E-Mobilität zu beschleunigen.
Um die zögerliche Entwicklung voranzutreiben, schlug Peter eine strengere Überwachung von Plug-in-Hybriden vor. Viele Fahrzeughalter nutzten den elektrischen Modus kaum, was die Klimaziele untergrabe, so seine Beobachtung. Seine Aussagen spiegeln eine breitere Skepsis wider, wie ambitionierte Umweltziele erreicht werden können, ohne den Verbrauchern überzogene Anforderungen abzuringen.
Peters Stellungnahmen unterstreichen sowohl die Herausforderungen in den transatlantischen Handelsbeziehungen als auch die praktischen Hürden auf dem Weg zur Elektromobilität. Während die Forderung nach einer zügigen Ratifizierung des Handelsabkommens angesichts steigender Zölle an Dringlichkeit gewinnt, deuten seine Prognosen zur E-Auto-Nachfrage auf einen allmählicheren Wandel hin, als ihn manche Politiker erwarten. Strengere Regeln für Hybride könnten nun Teil der Diskussion werden.






