Bundesregierung entlastet Luftfahrtbranche mit 350-Millionen-Paket und Senkung der Luftverkehrsabgabe
Dörthe KrauseBundesregierung entlastet Luftfahrtbranche mit 350-Millionen-Paket und Senkung der Luftverkehrsabgabe
Die deutsche Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der angeschlagenen Luftfahrtbranche angekündigt. Ab Juli 2026 wird die Luftverkehrsabgabe wieder auf das Niveau vor der Erhöhung gesenkt, während andere Gebühren gedeckelt werden, um die finanzielle Belastung der Airlines zu verringern. Das gesamte Entlastungspaket hat ein Volumen von rund 350 Millionen Euro.
Die Schritte erfolgen vor dem Hintergrund einer weiterhin schwachen Inlandsnachfrage: Die Passagierzahlen liegen bisher nur knapp über der Hälfte des Vor-Corona-Niveaus. Gleichzeitig bereitet sich der Flughafen München mit einem neuen Terminal auf eine Kapazitätserweiterung vor, das Anfang 2026 in Betrieb gehen soll.
Noch vor Weihnachten hatte die Regierung ein Hilfspaket zur Belebung der Luftfahrtindustrie vorgestellt. Eine zentrale Neuerung ist die Rückführung der Luftverkehrsabgabe auf den früheren Satz bis Mitte 2026. Zudem werden die Gebühren für Flugsicherung und Sicherheit begrenzt, um weitere Kostenerhöhungen für die Fluggesellschaften zu verhindern.
Die finanziellen Entlastungen in Höhe von etwa 350 Millionen Euro sollen Anreize für Fluggesellschaften wie Lufthansa und Eurowings schaffen, ihr Inlandsstreckennetz auszubauen. Während diese Airlines bereits Pläne für eine Ausweitung ihrer Flüge ankündigten, bleibt die Reaktion von Ryanair noch unklar.
Aktuelle Daten zeigen, dass sich der deutsche Inlandsluftverkehr noch nicht vollständig erholt hat. 2020 brachen die Passagierzahlen im Vergleich zu 2019 um über 74 Prozent ein – seither gab es nur eine teilweise Erholung. Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, diesen Trend umzukehren, indem Fliegen für Airlines und Reisende erschwinglicher wird.
Parallel dazu treibt der Flughafen München den Ausbau des Terminals 1 voran. Die neue Anlage, die Anfang 2026 eröffnet werden soll, wird moderne Gate-Konzepte bieten und bis zu sechs Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr abfertigen können. Die Aufrüstung erfolgt zu einer Zeit, in der die Branche weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert ist – darunter GPS-Störungen durch Jamming und Spoofing, wie kürzlich am DLR-Forschungszentrum in Oberpfaffenhofen demonstriert.
Die Entlastungsmaßnahmen der Regierung und die Erweiterung des Münchner Flughafens unterstreichen den Willen, die deutsche Luftfahrtbranche zu revitalisieren. Durch die Senkung der Luftverkehrsabgabe, Gebührenobergrenzen und zusätzliche Kapazitäten hoffen die Verantwortlichen auf einen Anstieg der Inlandsflüge. Ob diese Bemühungen erfolgreich sein werden, hängt davon ab, wie die Airlines reagieren und ob die Passagierzahlen wieder das Vorkrisenniveau erreichen.






