Cadolzburg kämpft mit 17-Millionen-Lücke: Sparpaket und Landeshilfen sollen retten
Elwira SpeerCadolzburg kämpft mit 17-Millionen-Lücke: Sparpaket und Landeshilfen sollen retten
Cadolzburg steht vor einer schweren Haushaltskrise: Bis 2026 droht eine Finanzlücke von bis zu 17,1 Millionen Euro. Um eine Liquiditätsreserve von fünf Millionen Euro zu halten, muss die Stadt nun ihre Ausgaben um sieben bis elf Millionen Euro kürzen. Sinkende Steuereinnahmen und steigende Kosten zwingen die Verantwortlichen zu Sparmaßnahmen und der Prüfung möglicher Landeshilfen.
Die finanziellen Probleme der Kommune haben mehrere Ursachen: Rückläufige Gewerbesteuereinnahmen, höhere Transferzahlungen sowie gestiegene Ausgaben für Materialien und Dienstleistungen belasten den Haushalt. Trotz früherer wirtschaftlicher Erfolge – wie dem Industriepark Schwadermühle West, der nach über zehnjähriger Planung 2022 fertiggestellt wurde – ist nun Handlungsbedarf gegeben. Das Projekt zog Investitionen von über 150 Millionen Euro an, unter anderem von Bosch, und erreichte bis 2025 eine Auslastung von 85 Prozent. Damit übertrifft es vergleichbare Standorte in Erlangen und im Raum Fürth-Nürnberg, dank guter Verkehrsanbindung und attraktiver Förderbedingungen.
Um die Haushaltslücke zu schließen, könnte Cadolzburg Stabilisierungshilfen des Freistaats Bayern beantragen – ähnlich wie 2017, als die Stadt bereits 1,2 Millionen Euro erhielt. Voraussetzung ist jedoch ein vom Stadtrat zu beschließender verbindlicher Konsolidierungsplan. Intern setzen die Verantwortlichen auf strengere Kontrollen bei der Abrechnung öffentlicher Bauvorhaben, eine Zentralisierung der Beschaffung und die Reduzierung freiwilliger Leistungen. Auch der Haushalt der Feuerwehr soll künftig genauer geprüft werden.
Zusätzlich sind Gebührenerhöhungen für kommunale Dienstleistungen geplant, etwa für die Nutzung der Bibliothek oder die Verpflegung in Kitas. Ziel der Verwaltung ist es, Kürzungen mit Effizienzsteigerungen und Einnahmewachstum auszugleichen, ohne die Qualität wichtiger öffentlicher Leistungen zu beeinträchtigen.
Cadolzburgs Strategie kombiniert Ausgabenkürzungen, betriebliche Optimierungen und mögliche Landesmittel, um die Finanzlücke zu schließen. Werden die Konsolidierungsmaßnahmen beschlossen, sollen sie schrittweise umgesetzt werden – damit die Stadt ihre finanziellen Ziele erreicht, ohne zentrale Dienstleistungen zu gefährden. Die nächsten Schritte des Rates entscheiden, ob die beantragten Stabilisierungshilfen fließen.






