Christian Schoch bricht CSU-Dominanz: Neuer Oberbürgermeister für Kempten
Birgitta SchulzChristian Schoch bricht CSU-Dominanz: Neuer Oberbürgermeister für Kempten
Christian Schoch von der Freien Wähler hat die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Kempten mit 55 Prozent der Stimmen gewonnen und wird damit neuer Oberbürgermeister der Stadt. Sein Sieg beendet die 30-jährige Vorherrschaft der CSU an der Spitze der Stadtverwaltung. Der Amtsinhaber Thomas Kiechle kam auf 45 Prozent, verlor jedoch nach zwei Amtszeiten die Wahl.
Die CSU hatte das Kemptener Rathaus erstmals 1996 übernommen, als Ulrich Netzer den damals regierenden SPD-Kandidaten besiegte. Netzer führte die Stadt bis 2014, bevor er das Amt an Kiechle übergab – den Sohn des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Ignaz Kiechle. Unter ihrer Führung blieb die CSU dominierend und erreichte bei Kommunalwahlen regelmäßig 40 bis 50 Prozent, während die SPD auf 15 bis 25 Prozent kam und die Grünen sich von etwa 5 Prozent in den 2010er-Jahren auf rund 20 Prozent steigerten.
Die Freien Wähler, einst eine kleine Kraft, konnten ihre Unterstützung in den letzten Jahren auf 15 bis 20 Prozent ausbauen. Bei den Kommunalwahlen 2020 legten die Grünen dann stark zu und erreichten etwa 30 Prozent, während die CSU auf rund 35 Prozent zurückfiel. Dieser Wandel spiegelte einen breiteren Linksruck in den städtischen Gebieten der Allgäu-Region wider.
Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 43,6 Prozent. Schochs Sieg bedeutet, dass die CSU nach Jahrzehnten erstmals nicht mehr den Oberbürgermeister stellt.
Mit dem Wahlergebnis verliert die CSU nach 30 Jahren das Bürgermeisteramt in Kempten. Schoch wird die Stadt künftig als Kandidat der Freien Wähler führen. Der Aufstieg der Grünen und der Niedergang der CSU zeigen die sich verändernden politischen Präferenzen in der Region.






