29 March 2026, 02:14

Dagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt in deutschen Schlagershows

Eine Frau in einem schwarzen und weißen Outfit aus den 1950er Jahren singt fröhlich auf einer von einem Scheinwerfer beleuchteten Bühne und hält ein Mikrofon.

Dagmar Frederic kritisiert fehlende Vielfalt in deutschen Schlagershows

Dagmar Frederic, seit sechs Jahrzehnten eine feste Größe der Schlagerszene, hat sich zur mangelnden Gästevielfalt in deutschen TV-Musikshows geäußert. Zwar verstehe sie die wirtschaftlichen Gründe hinter den immer gleichen Buchungen, doch kritisiert sie die Produzenten – nicht die Moderatoren – für die vorhersehbaren Besetzungen. Bekannt für ihren scharfen Witz und ihre Unabhängigkeit, sorgte sie kürzlich mit einer scherzhaften Bemerkung über ihren Ehemann für Schlagzeilen.

Frederic blickt auf 60 Jahre Bühnenpräsenz zurück, in denen sie Schlagerklassiker, Musical-Numbers und chansonhafte Lieder interpretierte. Trotz ihrer langen Karriere war sie nie in den beliebten Sendungen von Andrea Kiewel oder Florian Silbereisen zu Gast. Sie betont, niemandem nach dem Mund zu reden, nur um eine Einladung zu erhalten – und das, obwohl sie mit einer bescheidenen Rente noch bis zu 60 Mal im Jahr auftritt.

Ihre Kritik richtet sich gezielt an die Redaktionen, nicht an die Moderatoren selbst. Figuren wie Silbereisen oder Giovanni Zarrella verteidigt sie: Sie würden lediglich das vorgegebene Format umsetzen. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 setzen große Schlagersendungen wie "Immer wieder sonntags" (ARD/SWR) oder "Kulthits" auf dieselben Stars – ob Achim Petry, Roland Kaiser oder Ute Freudenberg –, die immer wieder auftauchen. Diese Formate gehören zu den quotenträchtigsten des Genres, neben "Schlagerboom" oder dem "ZDF-Fernsehgarten".

Frederic erkennt die wirtschaftliche Logik hinter den bewährten Gesichtern an. Doch sie fragt, ob der Mangel an frischem Talent die Szene auf Dauer austrocknen könnte. Dass sie selbst TV-Auftritte nicht nachjagt, hat sie nicht davon abgehalten, aktiv zu bleiben – ein Beweis für ihre Leidenschaft zur Live-Bühne statt zum Bildschirm.

Die Äußerungen der Sängerin werfen ein Schlaglicht auf ein langjähriges Phänomen im deutschen Schlagersystem: Die Shows setzen auf eine rotierende Riege etablierter Namen, während jüngere oder weniger mainstreamige Künstler kaum Sichtbarkeit erhalten. Frederic, deren Karriere auf Beharrlichkeit statt auf TV-Präsenz beruht, steht für einen alternativen Weg in einer Branche, der oft Wiederholung vorgeworfen wird.

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