11 June 2026, 02:11

DGB fordert Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer

Ifo-Präsident: Pflichtbetriebsrenten könnten Unternehmen belasten

DGB fordert Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vorgeschlagen, betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer verpflichtend einzuführen. Mit dem Plan soll eine Lücke in der Altersversorgung geschlossen werden, da derzeit rund 20 Millionen Beschäftigte über keine Form der betrieblichen Rente verfügen. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat sich zu dem Vorschlag zurückhaltend positiv geäußert.

Der DGB argumentiert, dass betriebliche Renten die gesetzliche Altersvorsorge ergänzen sollten. Zudem bestehe er darauf, dass Arbeitgeber diese Modelle zumindest mitfinanzieren müssten. Die Gewerkschaft ist überzeugt, dass dies die langfristige finanzielle Absicherung von Millionen Arbeitnehmern verbessern würde.

Clemens Fuest bezeichnete den Vorschlag als grundsätzlich sinnvoll. Als zentralen Grund für den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge nannte er den demografischen Wandel. Gleichzeitig warnte er, dass verpflichtende Arbeitgeberbeiträge die Lohnnebenkosten spürbar erhöhen könnten.

Fuest verwies zudem auf die schwache wirtschaftliche Perspektive Deutschlands. Er betonte, dass es kaum Spielraum für weitere Steigerungen der lohnbezogenen Ausgaben gebe. Seine Bedenken unterstreichen die mögliche finanzielle Belastung für Unternehmen, falls der Plan umgesetzt wird.

Der DGB-Vorschlag zielt darauf ab, die betriebliche Altersvorsorge auf alle Beschäftigten auszuweiten. Fuests Unterstützung ist mit Vorbehalten hinsichtlich der Kosten und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbunden. Die Debatte dreht sich nun darum, wie Arbeitnehmerleistungen und die finanzielle Tragfähigkeit der Arbeitgeber in Einklang gebracht werden können.

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