Erste kabellose Lade-Teststrecke für E-Autos auf der A6 gestartet
Birgitta SchulzErste kabellose Lade-Teststrecke für E-Autos auf der A6 gestartet
Deutschlands erste Teststrecke für kabelloses Laden auf Autobahnen eröffnet
Auf der A6 bei Amberg hat die erste Teststrecke Deutschlands für induktives Laden während der Fahrt den Betrieb aufgenommen. Der ein Kilometer lange Abschnitt, der im Rahmen von Routine-Sanierungsarbeiten gebaut wurde, erprobt die dynamische Ladetechnologie für Elektrofahrzeuge. Unter der Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) markiert das Projekt einen wichtigen Schritt bei der Entwicklung klimafreundlicher Verkehrsinfrastruktur.
Die Teststrecke verläuft zwischen Sulzbach-Rosenberg und Amberg-West auf der Richtungsfahrbahn der A6 in Richtung Nürnberg. In die Fahrbahnoberfläche eingebettete Spulen erzeugen ein Magnetfeld, das Energie berührungslos an entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge überträgt, während diese fahren. Dieses System, geliefert vom israelischen Unternehmen Electreon, ermöglicht ein durchgehendes Laden ohne Zwischenstopp und könnte so die Reichweite der Fahrzeuge erhöhen.
Das Nürnberger Unternehmen Seamless Energy Technologies steuerte die Technologie für die Serienfertigung und Integration der Spulen bei. Eine digitale Plattform regelt den Energiefluss und optimiert die Effizienz für verschiedene Fahrzeugtypen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Projekt zielt darauf ab, die Praxistauglichkeit in Bezug auf Übertragungsraten und Betriebseffizienz zu bewerten.
Bei Erfolg könnte die Technologie auf längere Autobahnabschnitte und städtische Gebiete ausgeweitet werden. Weltweit laufen ähnliche Versuche, etwa bei der Elektrifizierung von Busflotten, während Anbieter wie Electreon die Infrastruktur ausbauen. Dennoch bleiben Herausforderungen, darunter Kapazitätsgrenzen und die Notwendigkeit, die Technologie über die Pilotphase hinaus wirtschaftlich tragfähig zu machen.
Auf der A6-Teststrecke werden nun Daten zu Effizienz und Alltagstauglichkeit gesammelt. Die Ergebnisse könnten die künftige Einführung von kabellosen Lade-Netzwerken in Deutschland und international prägen. Das Projektkonsortium plant, die Erkenntnisse zur Weiterentwicklung des Systems für breitere Verkehrsanwendungen zu nutzen.






