20 June 2026, 04:11

Falsche CSD-Zahlen in Dresden: Warum 250.000 Besucher eine Falschmeldung sind

CSD Dresden: Video missbraucht für Falschinformationen über Teilnehmerzahlen

Falsche CSD-Zahlen in Dresden: Warum 250.000 Besucher eine Falschmeldung sind

In sozialen Medien verbreiten sich Behauptungen, wonach 250.000 Besucher beim Christopher Street Day (CSD) in Dresden teilgenommen hätten. Auch das österreichische Medium Auf1 teilte diese Zahl – begleitet von anti-LGBTQ+-Kommentaren. Ein kursierendes Video zeigt jedoch eine deutlich kleinere Veranstaltung am 5. Juni mit weitaus weniger Teilnehmern.

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Das Video dokumentiert einen einzelnen Paradewagen mit einer kleinen Gruppe, die während einer Abendkundgebung den Altmarkt betritt. Diese Zusammenkunft war Teil kürzerer, spontaner Proteste am 4. und 5. Juni, die erst nach einem Rechtsstreit mit der sächsischen Landesdirektion angemeldet wurden. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte zuvor entschieden, dass der gesamte CSD als Versammlung zu gelten habe, und damit das Versammlungsrecht bestätigt.

Die Hauptparade des CSD fand am 6. Juni statt – mit deutlich mehr Wagen und Teilnehmern, als das Video suggeriert. Berichte von MDR und der Sächsischen Zeitung bestätigen, dass Tausende an der Hauptveranstaltung teilnahmen. Weder die Stadt Dresden noch lokale Medien nannten jemals die Zahl von 250.000 Besuchern für einen Teil des diesjährigen CSD.

Historische Daten auf der Website der Veranstaltung zeigen, dass seit 1994 etwa 260.000 Menschen an CSD-Demonstrationen teilgenommen haben. Das begleitende politische Straßenfest verzeichnete seit 2004 rund 310.000 Besucher.

Die Stadt Dresden bestätigte, die Zahl von 250.000 nie genannt zu haben. Das fragliche Video zeigt nicht die Hauptparade des CSD. Offizielle Berichte und historische Aufzeichnungen liefern die tatsächlichen Teilnehmerzahlen der Veranstaltungen.

Quelle