10 May 2026, 12:12

Felix Banaszak will Männer mit Feminismus versöhnen – doch die Kritik bleibt

Plakat mit der Aufschrift "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Felix Banaszak will Männer mit Feminismus versöhnen – doch die Kritik bleibt

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Feminismus auseinandersetzen. Zu seinen jüngsten Initiativen gehören der Besuch einer Geburtsvorbereitungsgruppe für Männer und ein Interview mit Playboy. Dieser Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der sich junge Männer zunehmend der rechten Szene zuwenden, während ihre Altersgenossinnen eher linksliberale Parteien unterstützen.

Banaszaks Kampagne, Männer in feministische Diskurse einzubinden, startete bereits Anfang dieses Jahres. Im Februar nutzte er ein Playboy-Interview, um sich direkt an junge Männer zu wenden, und argumentierte, dass starre Geschlechterrollen allen schaden. Später besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet, und forderte eine bessere Förderung solcher Projekte.

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Seine Haltung ist mit der Zeit kritischer geworden. Nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Komiker Christian Ulmen wegen Übergriffen bezog Banaszak eine deutlichere Position – auch gegen Männer, einschließlich sich selbst. Er räumte ein, dass es eine Herausforderung bleibe, Konfrontation mit Wohlwollen in Balance zu bringen, wenn es darum gehe, Männer für feministische Debatten zu gewinnen.

Seine Herangehensweise stieß jedoch auch auf Kritik. Ein Kolumnist der Welt spottete über den Ton der Grünen und führte Banaszaks pinke Bürowände gleich zweimal als angeblichen Beleg für eine „falsche“ Haltung an. Dabei ist die Farbwahl keineswegs neu: Schon vor zwei Jahrzehnten trug Torhüter Tim Wiese Pink auf dem Platz – ohne dass seine Männlichkeit infrage gestellt wurde.

Die politische Spaltung unter jungen Wählern verleiht Banaszaks Botschaft zusätzliche Dringlichkeit. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während Frauen derselben Altersgruppe eher linksliberale Parteien bevorzugten. Unterdessen riet der AfD-Politiker Maximilian Krah jüngst in einem Video vor der Europawahl 2024 jungen Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, sie sollten „richtig“ wählen – also nach rechts.

Banaszaks Einsatz für eine stärkere Einbindung von Männern in den Feminismus zielt auf die wachsende politische Kluft ab. Mit Besuchen in Männergruppen und Medienauftritten will er traditionelle Rollenbilder infrage stellen. Die Debatte über seine Methoden spiegelt die größeren Spannungen wider, die in Deutschland heute um Männlichkeit, Politik und gesellschaftlichen Wandel herrschen.

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