Gericht kippt Degradierung von Augsburger Pressesprecherin Stella Plazibat
Ben NetteGericht kippt Degradierung von Augsburger Pressesprecherin Stella Plazibat
Ein Arbeitsgericht hat entschieden, dass die Degradierung von Stella Plazibat, der ehemaligen Pressesprecherin der Stadt Augsburg, unbegründet war. Das Urteil folgt auf ihre Klage gegen die Stadt, nachdem sie im vergangenen Jahr von ihrem Posten abberufen worden war. Plazibat hatte zuvor als Nachrichtensprecherin gearbeitet, bevor sie die exponierte Position übernahm.
Das Gericht sah keine stichhaltigen Gründe für ihre Herabstufung, die erfolgte, nachdem sie eine Beziehung zu einer lokalen politischen Persönlichkeit begonnen hatte. Die Behörden müssen sie nun entweder wieder in ihr altes Amt einsetzen oder ihr eine gleichwertige Position mit demselben Gehalt anbieten.
Plazibats Probleme begannen, als sie eine Beziehung zu Raphael Brandmiller einging, Stadtrat und Oppositionsmitglied für die Partei Generation Aux. Er leitet zudem die Lehmbau-Initiative und ist Vizepräsident des FC Augsburg. Kurz nachdem ihre Beziehung bekannt wurde, wurde sie ihrer Aufgaben enthoben.
Statt ihrer üblichen Verantwortlichkeiten wurde sie in Zwangsurlaub geschickt und angewiesen, Überstunden abzubauen. Nach ihrer Rückkehr wurde sie einem unbedeutenden Projekt zugewiesen – der unterfinanzierten Internationalen Bauausstellung – mit geringer Sichtbarkeit und kaum Einfluss. Zudem wurde ihr der Zutritt zu Pressekonferenzen verwehrt, sie von wichtigen Sitzungen ausgeschlossen und ihr der Zugang zu essenziellen Informationen verweigert.
Monatelang verschwand Plazibat aus der Öffentlichkeit. Anfragen zu ihrem Verbleib blieben unbeantwortet, und sie nahm an keinen offiziellen Veranstaltungen teil. Daraufhin reichte sie Klage ein mit der Begründung, ihre Degradierung sei ungerechtfertigt. Das Arbeitsgericht gab ihr recht und urteilte, dass ihre Behandlung gegen das Arbeitsrecht verstoße.
Die Stadt steht nun in der Pflicht, sie entweder in ihre ursprüngliche Position zurückzuversetzen oder eine neue Stelle zu schaffen, die ihrem früheren Gehalt und ihren Vertragsbedingungen entspricht. Bisher gibt es keine Beweise dafür, dass Brandmillers politische Aktivitäten – etwa seine Lehmbau-Initiative – Einfluss auf die administrativen Entscheidungen gegenüber Plazibat hatten.
Das Urteil bestätigt, dass Plazibats Degradierung rechtswidrig war, und verpflichtet die Stadt, ihre Maßnahmen zu korrigieren. Sie wird entweder in ihre frühere Position zurückkehren oder eine vergleichbare Stelle erhalten. Der Fall unterstreicht die Konsequenzen, die entstehen, wenn private Beziehungen mit beruflichen Entscheidungen in der öffentlichen Verwaltung vermischt werden.






