Heuers Schultergriff an AfD-Mann entfacht Berlins politische Debatte
Birgitta SchulzHeuers Schultergriff an AfD-Mann entfacht Berlins politische Debatte
Ein aktuelles Foto von CDU-Chef Guido Heuer und dem AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund sorgt in Berlin für Aufsehen. Die Aufnahme, entstanden während einer Podiumsdiskussion, zeigt Heuer mit der Hand auf Siegmunds Schulter – und heizt damit die Debatte über den bröckelnden demokratischen Schutzwall gegen die rechtspopulistische Partei weiter an.
Der Moment entstand, als sich Heuer und Siegmund über ein defektes Mikrofon beugten. Die Geste wurde festgehalten, verbreitete sich rasant und löste in Berlins Politikbetrieben Bestürzung aus. Kritiker wie Eva von Angern von der Linken warnen, solche Bilder dürften „nie entstehen“ – sie befürchten eine Normalisierung der AfD.
Die CDU ringt seitdem um eine Erklärung: Einige Mitglieder bezeichnen das Foto als „massives Problem“. Felix Banaszak von den Grünen ergänzte, zwischen CDU und AfD sei „keine Distanz mehr erkennbar“. ZDF-Moderator Markus Lanz hingegen kritisierte die übertriebene Meidung von AfD-Politikern durch andere.
Mit 29 Prozent liegt die AfD aktuell in Umfragen vorne – neun Punkte vor der CDU. Bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September gilt sogar eine absolute Mehrheit der Partei als möglich.
Das Foto unterstreicht den Schwund des Berliner Schutzwalls. Angesichts des AfD-Aufschwungs und der hilflosen CDU-Reaktion deutet sich ein Machtwechsel an. Beobachter halten den Kollaps der demokratischen Abgrenzung mittlerweile für unvermeidbar.






