05 June 2026, 18:40

Hünfelds Kommunalpolitik feiert Engagement und warnt vor wachsender Besserwisser-Kultur

Freiwilliges Engagement für Hünfeld - Parlamentsabend im Rathaus

Hünfelds Kommunalpolitik feiert Engagement und warnt vor wachsender Besserwisser-Kultur

Hünfelds Kommunalpolitiker versammelten sich im Kolpinghaus, um das Ende der Wahlperiode 2021–2026 zu würdigen. Bei der Veranstaltung wurden scheidende Amtsträger verabschiedet, neue Vertreter begrüßt und ehrenamtliche Helfer für ihr langjähriges Engagement für die Gemeinschaft geehrt.

Stadtratsvorsitzender Jürgen Bohl und Bürgermeister Benjamin Tschesnok gestalteten den parlamentarischen Abend und betonten dabei die Bedeutung lokalen politischen Engagements. Sie hoben die Hingabe all jener hervor, die im Hintergrund zum Wohl der Stadt arbeiten.

Die Feier begann mit einem Abschied von den ausscheidenden Mitgliedern des Magistrats, des Stadtrats und der Ortsbeiräte. Anschließend wurden die neu gewählten Vertreter offiziell in ihre Ämter eingeführt. Der Wechsel markierte das Ende einer Legislaturperiode und den Beginn einer neuen.

Vier Bürger erhielten besondere Anerkennung für ihre Verdienste: Alexander Gradl, Pia Biedenbach und Annette Trapp wurden zu ehrenamtlichen Ortsvorstehern ernannt, während Ingrid Braun zur Stadtältesten berufen wurde. Ihre Rollen spiegeln jahrzehntelanges Engagement für Hünfelds Stadtteile wider.

Fünf Personen – Karin Grosch, Udo Tischler, Reiner Wenzel, Uwe Walter und Michael Vogt – wurden mit der Ehrennadel der Stadt Hünfeld ausgezeichnet. Die Ehrung würdigte ihr langjähriges ehrenamtliches Wirken in der Kommunalpolitik. Bürgermeister Tschesnok lobte ihren Einsatz und betonte, dass ihr Zeitaufwand und ihre Hingabe einen echten Unterschied für die Gesellschaft bewirkten.

In seiner Rede wies Bohl auf eine besorgniserregende Entwicklung in der öffentlichen Haltung hin. Immer weniger Menschen seien bereit, sich konstruktiv auszutauschen, so der Stadtratsvorsitzende. Stattdessen dominierten Kritik und individuelle Forderungen über gemeinsame Lösungen. Eine wachsende „Besserwisser-Kultur“ gefährde den Zusammenhalt, warnte er. Dennoch dankte er den Ehrenamtlichen dafür, dass sie die Bedürfnisse der Stadt und der ländlichen Ortsteile stets in den Vordergrund stellten.

Tschesnok schloss sich dieser Haltung an und rief die Anwesenden auf, weiterhin engagiert zu bleiben. Politisches Ehrenamt, so der Bürgermeister, sei unverzichtbar – selbst wenn die Arbeit oft im Verborgenen bleibe.

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Der Abend endete mit einer klaren Botschaft: Die lokale Demokratie lebt von denen, die ohne Anspruch auf Anerkennung dienen. Hünfelds Verantwortliche betonten, dass ehrenamtliches Engagement – auch wenn es häufig übersehen wird – die Zukunft der Stadt prägt. Die Auszeichnungen und Ernennungen standen als sichtbarer Dank für jahrelangen Dienst am Gemeinwohl.

Quelle