Kasachstan wird zum Schlüsselknoten für Europas Asien-Handel über den Mittelkorridor
Birgitta SchulzKasachstan wird zum Schlüsselknoten für Europas Asien-Handel über den Mittelkorridor
Kasachstan treibt seine Position als zentraler Transitknotenpunkt zwischen Europa und Asien voran. Bei jüngsten hochrangigen Gesprächen in Deutschland ging es um den Ausbau von Transportverbindungen, die Modernisierung der Infrastruktur und die Verkürzung der Lieferzeiten entlang des Mittelkorridors – einer Route, die Russland umgeht.
Marat Karabajew, kasachischer Verkehrsminister, führte eine Reihe von Treffen mit deutschen Verkehrsexperten. In München erörterte er mit Jost Lammers, Vorstandsvorsitzendem des Flughafens München, die Erhöhung der Flugfrequenzen zwischen Schymkent und München. Zudem wurden allgemeine Verbesserungen im Luftverkehrssektor besprochen.
Ebenfalls traf sich Karabajew mit Stefan Bobsien, Vizepräsident von Siemens Mobility, um mögliche Aufrüstungen des kasachischen Schienennetzes zu erörtern. Ein weiteres Gespräch fand mit Andreas Lübs, CEO von DB Cargo Eurasia, statt, bei dem es um den Schienengüterverkehr zwischen der EU und Zentralasien ging.
Der transkaspische Korridor, ein Teil des Mittelkorridors, verzeichnet bereits erhebliche Fortschritte. Der Containerverkehr ist in den letzten Jahren stark angestiegen, während sich die Transitzeiten von über 50 Tagen auf nur noch 19–23 Tage verkürzt haben. Bis 2029 soll die Kapazität der Route auf 35 Millionen Tonnen pro Jahr steigen.
Kasachstans Fünfjahres-Investitionsplan in Höhe von rund 40 Milliarden Euro sieht den Bau neuer Straßen, Eisenbahnstrecken sowie den Ausbau von Flughäfen und Seehäfen vor. Das Land plant zudem, 22 Flughäfen sowie die Häfen von Aктаu und Kuryk für europäische Investoren zu öffnen. Darüber hinaus unterzeichnete Karabajew eine Absichtserklärung mit der Europäischen Investitionsbank zur Förderung gemeinsamer Infrastrukturprojekte.
Diese Vereinbarungen markieren einen wichtigen Schritt auf dem Weg Kasachstans, zu einem zentralen Transitland zu werden. Die geplanten Modernisierungen und Partnerschaften zielen darauf ab, die Effizienz zu steigern, Investitionen anzuziehen und die Abhängigkeit von alternativen Routen zu verringern. Im Fokus bleibt der Ausbau von Kapazität und Anbindung des Mittelkorridors.






