05 April 2026, 04:12

Löwenzahn als Kautschuk-Lieferant: Deutschlands nachhaltige Revolution für Reifen und Industrie

Nahaufnahme eines Fahrradreifens mit grünen Blättern darauf, umgeben von Pflanzen und einer Ziegelwand im Hintergrund.

Löwenzahn als Kautschuk-Lieferant: Deutschlands nachhaltige Revolution für Reifen und Industrie

Deutschland treibt Pläne voran, aus Löwenzahn eine nachhaltige Quelle für Naturkautschuk zu machen. Forscher und Unternehmen arbeiten gemeinsam daran, die Pflanze als Alternative zu tropischem Naturkautschuk zu entwickeln. Sollte das Projekt gelingen, könnten über 120 Länder mit geeignetem Klima für den Löwenzahnanbau davon profitieren.

Die deutsche Bundesregierung fördert die Forschung zu Löwenzahnkautschuk seit 2012 über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Bundesminister Alois Rainer hat kürzlich die Fortschritte bei Züchtung und Anbautechniken begutachtet. Im Mittelpunkt steht der Russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz), eine Art, die für ihre kautschukreichen Wurzeln bekannt ist.

Rund 60 Hektar Versuchsflächen in ganz Deutschland sind mittlerweile mit Löwenzahn bepflanzt. Die aktuellen Erträge liegen bei etwa 150 Kilogramm pro Hektar, doch die Experten streben 1.000 Kilogramm pro Hektar an, um die Produktion wirtschaftlich rentabel zu machen. Bei dieser Ausbeute könnte ein einziger Hektar genug Material für 500 Autoreifen liefern.

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Ein Konsortium unter der Leitung des Pflanzenzuchtunternehmens Eskusa entwickelt aus dem wilden Löwenzahn eine ertragreiche Kulturpflanze. Der Reifenhersteller Continental hat bereits Extraktionsverfahren erprobt und Prototypen von Reifen aus Löwenzahnkautschuk hergestellt. Doch nicht nur für Reifen ist das Material geeignet – es lässt sich auch in medizinischen Produkten, Haushaltswaren und Industrieerzeugnissen verwenden.

Bis 2026 soll der Anbau und die Verarbeitung im größeren Maßstab erfolgen. Gelingt dies, könnte Löwenzahnkautschuk zu einer verlässlichen Alternative zu Importen aus tropischen Kautschukbäumen werden. Langfristig könnte das Projekt eine nachhaltige Kautschukquelle für gemäßigte und subtropische Regionen weltweit schaffen. Mit weiteren Fortschritten könnten Länder in Europa, Nordamerika, Asien und Australien ihre Abhängigkeit von tropischem Kautschuk verringern. Der nächste Meilenstein ist das Erreichen der 1.000-Kilogramm-Marke pro Hektar, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit zu sichern.

Quelle