Milo Raus Festival zwischen Rekordbesuchern und sinkender Auslastung
Birgitta SchulzMilo Raus Festival zwischen Rekordbesuchern und sinkender Auslastung
Das jüngste Theaterfestival präsentierte unter der Leitung von Milo Rau ein mutiges und vielfältiges Programm. Über fünf Wochen hinweg beeindruckte es mit markanten Aufführungen und zog beträchtliche Aufmerksamkeit auf sich. Rau selbst erklärte seine Produktion zum „größten Stück aller Zeiten“ und als Weltpremiere.
Den Auftakt bildete Rau mit seinem Spektakel „Republik der Götter“, das sich schnell zum Mittelpunkt des Festivals entwickelte. Später vermeldete der Regisseur einen Besucherrekord von 196.000 Gästen. Gleichzeitig verzeichnete die Festivalleitung unter seiner Führung jedoch einen stetigen Rückgang der Auslastungsquote.
Zu den herausragenden Werken zählte Angélica Liddells „Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben“. Brigitta Muntendorfs „Der Tag davor“ präsentierte sich als scharfes Manifest gegen Gewalt. Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ erntete breite Anerkennung, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau.
Patti Smith verlieh dem Programm mit ihren Auftritten zusätzlichen Glanz. Auch Florentina Holzingers „Pfingstspiel“ hinterließ einen starken Eindruck. Susanne Kennedys „Parsifal“ wirkte dagegen statisch in der Umsetzung, während „Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2“ als trockene, vortragsartige Performance wahrgenommen wurde. Den Abschluss bildete „Turn“ von Gob Squad – eine interaktive Erkundung des Doppelgängermotivs.
Das Festival vereinte ehrgeizige Kunst mit gemischten Ergebnissen. Trotz Rekordbesucherzahlen sanken die Auslastungswerte unter Raus Leitung. Doch das eklektische Programm sorgte für anhaltende Diskussionen über die gewagtesten und umstrittensten Werke.






