Mord an der Isar: Warum die Ermittlungen im Fall Sonja Behrling scheitern könnten
Birgitta SchulzA Matter of Justice - Mord an der Isar: Warum die Ermittlungen im Fall Sonja Behrling scheitern könnten
Frauenleiche in der Isar: Ein Mordfall mit unerwarteten Wendungen
Die Entdeckung der Leiche einer jungen Frau in Münchens Isar hat eine komplexe Mordermittlung ausgelöst. Zunächst als Drogenüberdosis eingestuft, nahm der Fall eine düstere Wende, als Beweise auf ein Verbrechen hindeuteten. Die Ermittler gehen nun davon aus, dass die 19-jährige Sonja Behrling vergewaltigt und erwürgt wurde, bevor ihr Körper in der Nähe eines Wehrs entsorgt wurde.
Die Ermittlungen begannen, nachdem Wartungsarbeiter Behrlings Leiche im Fluss fanden. Die Behörden vermuteten zunächst einen Drogenunfall, doch weitere Untersuchungen bestätigten, dass sie ermordet worden war. Gleichzeitig wurde ein separater Fall von Fahrflucht mit einem gestohlenen Porsche bekannt – am Unfallort fanden sich keine Bremsspuren.
Leon Kamara, ein Asylbewerber aus Burkina Faso, gestand den Mord an Behrling zunächst und wurde verurteilt. Doch seine Schilderung passte nicht zu den Beweisen, was die Ermittler veranlasste, den Fall neu aufzurollen.
Die Aufmerksamkeit richtete sich daraufhin auf Viktor Reisinger, einen Mann mit einer Vorstrafe wegen Autodiebstahls. Er wurde als Fahrer des Porsche identifiziert und gestand später im Rahmen einer Vereinbarung, die sein Anwalt August Schellenberg ausgehandelt hatte. Diese Absprache ermöglichte es Reisinger, bis zum Prozess auf freiem Fuß zu bleiben. Doch Überwachungsaufnahmen widersprachen seinem Geständnis, sodass die Polizei tiefer graben musste.
Die Besitzerin des Porsche, Helene Assauer, behauptete, sie habe erst zwei Tage später von dem Unfall erfahren. Ihre Aussage fügte dem Fall eine weitere Ungewissheit hinzu.
Die Ermittlungen dauern an, wobei widersprüchliche Geständnisse und neue Beweise die Suche nach Gerechtigkeit erschweren. Behrlings Familie wartet auf Antworten, während die Polizei die Ereignisse rekonstruiert, die zu ihrem Tod führten. Der Fall wirft bereits Fragen zur Zuverlässigkeit der ersten Erkenntnisse und zum weiteren juristischen Vorgehen auf.