Neue Arbeitsschutzregeln setzen auf Hitzeschutz durch funktionale Kleidung und Maßnahmenbündel
Elwira SpeerNeue Arbeitsschutzregeln setzen auf Hitzeschutz durch funktionale Kleidung und Maßnahmenbündel
Neue Arbeitsschutzvorschriften legen stärkeren Fokus auf Hitzestress-Prävention bei steigenden Temperaturen
Arbeitgeber müssen künftig bei der Auswahl von Arbeitskleidung äußere Bedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Wind und Arbeitsintensität stärker berücksichtigen. Die Änderungen erfolgen, nachdem sich gezeigt hat, dass technische und organisatorische Lösungen allein nicht ausreichen, um Beschäftigte in heißen Umgebungen ausreichend zu schützen.
Die überarbeiteten ASR A5.1-Richtlinien verlangen von Arbeitgebern eine Risikobewertung von Hitzebelastung anhand mehrerer Faktoren. Dazu zählen Lufttemperatur, Feuchtigkeit, Windgeschwindigkeit sowie die körperlichen Anforderungen der Tätigkeit. Das Bundesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) überprüft derzeit Referenzwerte für Hitzestress bei Textilien, um die Umsetzung dieser Maßnahmen zu unterstützen.
Funktionale Arbeitskleidung rückt in den Mittelpunkt des Hitzemanagements Leichtere Stoffe reduzieren die Wärmespeicherung, während Belüftungszonen und luftdurchlässige Schnitte für bessere Kühlung sorgen. Moderne Materialien wie 3D-Abstandsgewebe schaffen Mikro-Luftpolster, und hydrophile Beschichtungen transportieren Schweiß effizient ab. Geringere R-Werte und höhere Wasserdampfdurchgangswiderstands-Kennzahlen (MVTR) verbessern zusätzlich die Atmungsaktivität.
Ganzheitliche Lösungen gefragt: Mehr als nur Kleidung Neben der Arbeitskleidung müssen Arbeitgeber ein Bündel an Maßnahmen umsetzen. Flexible Arbeitszeiten, verlängerte Pausen und die Verlegung von Tätigkeiten in kühlere Bereiche helfen, Hitzebelastung zu mindern. Technische Maßnahmen wie Beschattung, Belüftungssysteme oder Wasserkühlung werden ebenfalls empfohlen. Beschäftigte selbst sollten zusätzlich Sonnencreme, Schutzaccessoires und geeignete Kleidung nutzen.
Herausforderung: Schutz und Tragekomfort in Einklang bringen Arbeitskleidung muss Sicherheitsstandards erfüllen und gleichzeitig für Kühlung sorgen. Besonders in Branchen mit begrenzten Alternativen gelten Textilien zunehmend als zentrales Instrument der Hitzestress-Prävention.
Mehr Verantwortung für Arbeitskleidung als erste Schutzbarriere Die aktualisierten Vorschriften verlagern den Fokus stärker auf funktionale Schutzkleidung als primären Schutz vor Hitzerisiken. Arbeitgeber müssen bei der Auswahl von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) künftig gezielt auf Stoffeigenschaften, Belüftung und Feuchtigkeitsmanagement achten. Ziel ist es, hitzebedingte Erkrankungen durch die Kombination von verbesserten Textilien mit organisatorischen und technischen Anpassungen zu reduzieren.






