Neues EU-Grenzsystem EES revolutioniert Einreisekontrollen im Schengen-Raum ab 2025
Dörthe KrauseNeues EU-Grenzsystem EES revolutioniert Einreisekontrollen im Schengen-Raum ab 2025
Ein neues digitales Grenzsystem soll die Reisekontrollen im gesamten Schengen-Raum revolutionieren. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) wird in Echtzeit biometrische Daten von Drittstaatsangehörigen erfassen. Behörden zufolge soll es die Sicherheit erhöhen und die Überwachung von Besuchern, die in die oder aus der Zone reisen, effizienter gestalten.
Das EES ersetzt die bisherige Praxis des manuellen Passstempelns. Stattdessen werden Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten erfasst und in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert. Mit dieser Umstellung sollen Identitätsprüfungen gestärkt, Betrug erschwert und Überziehungen des Aufenthalts besser nachverfolgt werden.
Im Jahr 2023 wurden noch keine Reisenden im System registriert, da das EES noch nicht aktiv war. Der geplante Start ist für Ende 2024 oder 2025 vorgesehen. Sobald es in Betrieb geht, wird es an allen externen Schengen-Grenzen gelten – einschließlich der Flughäfen Nürnberg und Memmingen.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte die Bedeutung des Systems für die Stärkung der Grenzsecurity. Es ergänze die verschärften Landkontrollen und ermögliche gleichzeitig eine präzisere Überwachung des Flugverkehrs. Allein der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit rund 4,5 Millionen Passagieren einen neuen Rekord. Zusammen verarbeiten die Flughäfen Nürnberg und Memmingen jährlich über drei Millionen Ein- und Ausreisen in den Schengen-Raum.
Die Einführung des Systems erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um das Grenzmanagement. Die Schengen-Mitgliedstaaten sind auf wirksame Außenkontrollen angewiesen, um die Reisefreiheit innerhalb des Raums zu erhalten. Durch die Digitalisierung der Aufzeichnungen hoffen die Behörden, Lücken bei der Erfassung von Besucherbewegungen zu schließen.
Das EES wird einen tiefgreifenden Wandel in der Überwachung von Nicht-EU-Reisenden durch die EU einläuten. Biometrische Daten ersetzen dann die Stempel im Pass und machen Identitätsprüfungen schneller und zuverlässiger. Nach vollständiger Umsetzung wird das System voraussichtlich Millionen von Passagieren betreffen, die jährlich über die meistfrequentierten Schengen-Flughäfen reisen.