Oberallgäus Landrätin verlässt Freie Wähler – und verändert die Machtverhältnisse
Birgitta SchulzStadträtin im Oberallgäu tritt nach Rückzug aus Partei aus - Oberallgäus Landrätin verlässt Freie Wähler – und verändert die Machtverhältnisse
Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, hat die Freien Wähler verlassen. Ihr Austritt erfolgt, nachdem sie im vergangenen Jahr angekündigt hatte, nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen. Die Entscheidung folgt auf wachsende Meinungsverschiedenheiten über die politische Ausrichtung der Partei.
Baier-Müller hatte 2020 die Wahl zur Oberallgäuer Landrätin gewonnen und dabei Alfons Hörmann von der CSU besiegt. Ihr Sieg markierte einen Machtwechsel, da das Amt zuvor stets von der CSU gehalten worden war. Hörmann, der später Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes wurde, unterlag ihr damals knapp.
2025 erklärte sie, nicht erneut antreten zu wollen, und begründete dies mit zunehmenden Konflikten über die Landesstrategie der Freien Wähler. Mit ihrem nun erfolgten Parteiaustritt verändert sich die politische Landschaft im Oberallgäu erneut.
Eine Stichwahl im März 2026 wird über ihre Nachfolge entscheiden. Der Kandidat der Freien Wähler, Christian Wilhelm, erreichte im ersten Wahlgang 40,8 Prozent der Stimmen, während der CSU-Bewerber Thomas Eigstler auf 33,3 Prozent kam. Das Ergebnis wird zeigen, ob der Landkreis bei den Freien Wählern bleibt oder zur CSU zurückkehrt.
Mit Baier-Müllers Abgang verlieren die Freien Wähler ihre bekannteste lokale Repräsentantin. Die anstehende Stichwahl wird die Führung im Oberallgäu für die kommende Amtszeit prägen. Ihre Entscheidung spiegelt die tiefer liegenden Spannungen innerhalb der Partei über ihre künftige Ausrichtung wider.