Schlachthof-Schließung in Landshut bedroht 150 Schweinebetriebe in Niederbayern
Elwira SpeerSchlachthof-Schließung in Landshut bedroht 150 Schweinebetriebe in Niederbayern
Eines der größten und modernsten Schlachthöfe Bayerns wird Anfang 2026 schließen. Die Erzeugergemeinschaft Südbayern (EG Südbayern) hat beschlossen, den Schlachthof in Landshut stillzulegen – eine Entscheidung, die rund 150 Schweinemastbetriebe in Niederbayern vor unsichere Zeiten stellt. Hintergrund sind sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch und Überkapazitäten an anderen Standorten.
Die Anlage in Landshut verarbeitet derzeit etwa 1,2 Millionen Schweine pro Jahr. Mit der Schließung müssen die Landwirte nach Alternativen suchen, doch die Möglichkeiten in der Region sind begrenzt. Die erweiterten Betriebe in Straubing und Regensburg können nur 60 bis 70 Prozent der wegfallenden Kapazität abdecken. Einige Tiere müssten daher künftig über 200 Kilometer zu anderen Schlachthöfen in Bayern oder Österreich transportiert werden.
Branchenexperten warnen vor schweren Folgen für die regionale Schweinehaltung. Längere Transportwege bedeuten mehr Stress für die Tiere und höhere Kosten für die Erzeuger. Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat daraufhin die Einrichtung eines Unterstützungsfonds gefordert, um die Wertschöpfungskette Schwein zu stabilisieren.
Als mögliche Käufer für den Standort Landshut gelten Attenberger und Brand in Partnerschaft mit Ponnath. Der Fleischkonzern Westfleisch hat jedoch bereits eine Investition in die Anlage ausgeschlossen. Die EG Südbayern wird den Betrieb vorerst bis mindestens Frühjahr aufrechterhalten und bietet den Mitarbeitern an, in das Werk nach Vilshofen zu wechseln.
Die Schließung des Landshuter Schlachthofs verringert die lokalen Verarbeitungsmöglichkeiten in der schweinedichten Region Süddeutschlands. Die Landwirte müssen sich auf längere Transportwege und geringere Kapazitäten einstellen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Wirtschaft und Politik, die strukturellen Herausforderungen der Schweinefleischproduktion anzugehen.