Studie warnt: Ohne Wasserstoff-Gaskraftwerke drohen Deutschlands Energiekosten zu explodieren
Ben NetteStudie warnt: Ohne Wasserstoff-Gaskraftwerke drohen Deutschlands Energiekosten zu explodieren
Eine neue Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unterstreicht die Bedeutung wasserstofffähiger Gaskraftwerke für Deutschlands Weg zu einem klimaneutralen Energiesystem. Die in der Fachzeitschrift Applied Energy 2025 veröffentlichte Untersuchung warnt, dass das Land ohne diese flexiblen Anlagen in den kommenden Jahrzehnten mit höheren Kosten oder Risiken für die Versorgungssicherheit konfrontiert sein könnte.
Laut der FAU-Studie benötigt Deutschland mindestens 53 Gigawatt (GW) an wasserstofftauglicher Gaskapazität, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Diese Kraftwerke könnten zunächst mit Erdgas betrieben werden und später auf Wasserstoff umstellen – eine praktische Brücke zwischen fossilen Brennstoffen und sauberer Energie. Durch ihre Flexibilität verringerten sie den Bedarf an zusätzlichen Batteriespeichern und minimierten die Verschwendung von Windstrom in Phasen geringer Nachfrage.
Die aktuellen Regierungspläne sehen jedoch nur 12 GW an wasserstofffähiger Kapazität vor – ein Bruchteil dessen, was die Studie empfiehlt. Die Forscher fanden zudem heraus, dass ein hoher CO₂-Preis den Ausstieg aus fossilen Energieträgern beschleunigen und wasserstofftaugliche Kraftwerke zu einer attraktiveren Investition machen würde. Ohne solche Maßnahmen könnten die Kosten für die Transformation des Energiesystems bis 2050 auf mindestens 324 Milliarden Euro steigen.
Die Studie betont, dass die Dekarbonisierung zwar machbar bleibt, allerdings nur, wenn Deutschland in flexible und anpassungsfähige Infrastruktur investiert. Ein Versäumnis in dieser Hinsicht könnte zu Ineffizienzen, höheren Ausgaben oder sogar Versorgungsengpässen in Spitzenlastzeiten führen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Ausbau wasserstofffähiger Gaskraftwerke entscheidend ist, um Angebot und Nachfrage in einem grüneren Stromnetz auszugleichen. Zwar bleibt das aktuelle Regierungsziel von 12 GW hinter den Empfehlungen zurück, doch die von der Studie vorgeschlagenen 53 GW sollen zukünftige Energieinstabilitäten verhindern. Ohne ausreichende Investitionen könnte Deutschlands Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft teurer und weniger zuverlässig werden.






