Wie die 36 Boys Kreuzberg in den 1980ern in Angst versetzten
Kreuzberg in den 1980ern: Die 36 Boys – Berlins berüchtigtste Straßenbande
In Berlin-Kreuzberg der 1980er-Jahre hatte eine der berüchtigtsten Straßenbanden der Stadt ihr Revier: die 36 Boys. Zu ihren Mitgliedern zählte Tim Raue – der einzige Deutsche in einer Gruppe, die hauptsächlich aus jungen Männern mit Migrationshintergrund bestand. Seine Zeit bei der Bande, zwischen seinem 14. und 16. Lebensjahr, war geprägt von gewalttätigen Auseinandersetzungen und einem brutalen Aufnahmeritual, das tiefe Spuren bei ihm hinterließ.
Die 36 Boys entstanden aus dem Verlangen nach Anerkennung und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Wer dazugehören wollte, musste eine harte Probe bestehen: drei Minuten lang gegen zwei bestehende Bandenmitglieder kämpfen. Raue durchstand diese Prüfung – und nahm die Schläge als Teil seiner Initiation in Kauf.
Einmal aufgenommen, beteiligte er sich an Straßenschlachten gegen verfeindete Banden. Die Gassen und Plätze Kreuzbergs wurden zum Schauplatz ihrer Kämpfe, in denen Raue zwar Angst spürte, sie aber überwinden lernte. Die Auseinandersetzungen waren roh, getrieben von Stolz und Revierkämpfen eher als von tiefgreifenden Konflikten.
Ein neues Buch mit dem Titel „36 Boys: Wie eine Kreuzberger Bande zur Legende wurde“ dokumentiert nun den Aufstieg der Gruppe und Raues persönliche Erlebnisse. Sein Bericht wirft ein Licht auf die Kultur der Bande – eine Mischung aus Loyalität, Gewalt und der Suche nach Identität in einem rauen Viertel.
Nach zwei Jahren endete Raues Zeit bei den 36 Boys, doch die Erinnerungen an die Straßenschlachten und seine Initiation blieben haften. Die Geschichte der Bande, nun in Buchform festgehalten, gibt Einblick in ein düsteres Kapitel der Berliner Vergangenheit. Für Raue bleibt es eine Phase, die von Angst und zugleich von dem seltsamen Sog des Dazugehörens geprägt war.






