09 May 2026, 12:12

Wiesbadens Così fan tutte wird zum echten Beziehungsexperiment mit 20 Paaren

Schwarzes und weißes Porträt von F. Cocchi, dem Komponist der Oper, in einem Smoking mit ernster Miene, betitelt mit "Die Musik der Oper" unten.

Wiesbadens Così fan tutte wird zum echten Beziehungsexperiment mit 20 Paaren

Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Zugang zu Mozarts Così fan tutte. Die Oper wird als lebendiges Beziehungsexperiment inszeniert – mit zwanzig jungen Paaren, die Teil der Aufführung werden. Regie führt Marie-Ève Signeyrole, die in einem immersiven Setting schonungslose Wahrheiten über Liebe und Vertrauen aufdecken will.

Schon bevor das Publikum Platz nimmt, beginnt das Spektakel. Hinter der Bühne ziehen Kostüme, verborgene Wege und verstohlene Blicke die Teilnehmer in das Geschehen hinein. Die Bühne selbst verwandelt sich in eine Kunstschule, in der das Publikum die Rolle von Studierenden in Don Alfonsos Experiment einnimmt.

Zwanzig echte Paare zwischen 18 und 35 Jahren sitzen auf der Bühne, während sich die Handlung um sie herum entfaltet. Vorkenntnisse über Oper sind nicht nötig – nur die Bereitschaft, sich einzulassen. Die Produktion bricht mit klassischen Erwartungen, indem sie Zuschauer zu aktiven Mitspielern macht.

Signeyroles Vision verzichtet auf den gewohnten Opernglanz und fordert das Publikum stattdessen auf, die eigenen Beziehungen zu hinterfragen. Die Spannung ist greifbar – und das alles für nur 10 Euro Eintritt. Das Ziel des Theaters ist klar: Es geht um Denkanstöße, nicht bloße Unterhaltung.

Dieses neu interpretierte Così fan tutte bietet mehr als einen Opernabend. Der günstige Ticketpreis täuscht über den ehrgeizigen Anspruch hinweg: das Publikum zu verunsichern und zu fesseln. Für die Beteiligten auf und vor der Bühne verspricht das Experiment eine unvergessliche Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Liebe.

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