08 April 2026, 08:21

Bayerische Landwirte nutzen Windkraftboom für stabile Einkommen und Mitsprache

Gruppe von Windkraftanlagen in einem Feld bei Sonnenuntergang, mit Bäumen im Vordergrund und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Bayerische Landwirte nutzen Windkraftboom für stabile Einkommen und Mitsprache

Bayerische Landwirte sehen wachsende Nachfrage nach Pachtland für Windparks

In ganz Bayern steigt die Zahl der Anfragen von Betreibern, die Flächen für Windkraftanlagen pachten möchten. Die zunehmende Nachfrage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Süddeutschland Mühe hat, mit den nationalen Ausbauzielen für Windenergie Schritt zu halten. Experten raten Grundbesitzern nun, sich aktiv in die Gestaltung solcher Projekte einzubringen – statt einfach nur die Kontrolle abzugeben.

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Deutschland will bis 2025 zusätzliche 9,2 Gigawatt (GW) Windkraftleistung installieren, doch der Fortschritt bleibt hinter den Erwartungen zurück: Bisher wurden erst 1,6 GW gebaut. Entscheidend für die Akzeptanz des Windkraftausbaus ist zunehmend die Einbindung der lokalen Bevölkerung.

Eigeninitiative lohnt sich Theresa Ungru, Landwirtin und Vorsitzende einer Bürgerenergiegenossenschaft, hat bereits die Vorteile erkannt, selbst die Initiative zu ergreifen. Sie verwaltet zwei Windprojekte, die ihrem Betrieb ein stabiles Einkommen sichern. Statt Land lediglich zu verpachten, rät sie Kollegen, sich als Miteigentümer an Windkraftvorhaben zu beteiligen.

Auch die Energieexpertin Dr. Lena Käsbauer unterstützt diesen Ansatz und ermutigt Landwirte, Verträge so zu gestalten, dass sie Einfluss auf die Planung der Windparks nehmen können. Michael Diestel, Geschäftsführer der Agrokraft GmbH, warnt hingegen vor voreiligen Absprachen mit Projektentwicklern. Sein Unternehmen berät Landwirte, Bürger und Kommunen dabei, die Kontrolle über Windkraftprojekte in ihrer Region zu behalten.

Bürgerwindparks stärken die lokale Mitbestimmung Windparks in Bürgerhand geben Anwohnern ein direktes Mitspracherecht bei Standort und Gestaltung der Anlagen. Im Münsterland etwa betreibt das Steinfurter BürgerEnergie-Netzwerk zehn Windparks, die sich im Besitz von Anwohnern befinden und rund 250 Megawatt (MW) Strom erzeugen. Solche Projekte ermöglichen es der Bevölkerung auch, sich finanziell zu beteiligen – und steigern so die Akzeptanz.

Bundesweite Vorgaben erhöhen den Druck Die Bundesregierung verlangt von den Ländern, bis 2027 1,1 Prozent und bis 2032 1,8 Prozent der Fläche für Windenergie auszuweisen. Gerade Bayern hinkt hier hinterher, was bürgernahe Initiativen umso wichtiger macht, um die Klimaziele im Bereich erneuerbare Energien zu erreichen.

Fazit: Aktive Gestaltung entscheidet über den Erfolg Der Windkraftausbau in Bayern gewinnt an Fahrt – doch ob er gelingt, hängt maßgeblich davon ab, ob Landwirte und Bürger die Entwicklung selbst in die Hand nehmen. Durch Beteiligungen und Mitgestaltung können Kommunen langfristig von den Projekten profitieren.

Mit den anstehenden Bundesfristen könnte der Trend zu Bürgerwindparks darüber entscheiden, ob Süddeutschland seine Ziele für erneuerbare Energien erreicht.

Quelle