17 March 2026, 18:17

Bayerns Kfz-Branche verlässt den ZDK – was das für die Automobilwirtschaft bedeutet

Altes deutsches Aktienzertifikat mit einer Stadtansicht und bedrucktem Text über den Ursprung.

Bayerns Kfz-Branche verlässt den ZDK – was das für die Automobilwirtschaft bedeutet

Bayerns Kfz-Gewerbe tritt zum Jahresende aus dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) aus. Die Entscheidung folgt auf monatelange Streitigkeiten über Finanzierung und Interessenvertretung der Branche. Damit verliert der ZDK sein mitglieder- und finanzstärkstes Mitglied.

Der Austritt wurde vom bayerischen Landesvorstand und den Innungsvertretern empfohlen. Künftig wird der bayerische Kfz-Handel durch den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeuggewerbes (BIV) und den Zentralverband Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK) vertreten. Der BIV übernimmt dabei zentrale Aufgaben wie die technische Fahrzeugüberwachung, Werkstattorganisation, Ausbildung sowie die technische Normung.

Ein alternatives Finanzierungsmodell, das von neun Landesverbänden und sieben markenspezifischen Gruppen unterstützt worden war, war zuvor vorgeschlagen, aber abgelehnt worden. Diese Ablehnung vertiefte die Spaltung in der Branche. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn sprach von einem "tiefen Riss" und warnte, dass der Einfluss der Automobilwirtschaft in Berlin und Brüssel schwächer werden könnte.

Auch Klaus-Dieter Breitschwert, ehemaliger Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes, bedauerte die Entscheidung. Gleichzeitig betonte der Präsident des nordrhein-westfälischen Automobilhandels, man wolle keine Spaltung oder Zersplitterung der Branche. Trotz dieser Bedenken gibt es bisher keine konkreten Pläne, wie der ZDK seine politische oder strukturelle Ausrichtung nach den Austritten anpassen will.

Die gesamte Automobilbranche steht bereits vor Herausforderungen, darunter sinkende Mitgliederzahlen beim ADAC und steigende Insolvenzzahlen. Doch der ZDK hat bisher keine neuen Strategien vorgelegt, um diese Probleme oder die Folgen des Verlusts wichtiger Mitglieder wie Bayern zu bewältigen.

Der Austritt Bayerns aus dem ZDK tritt zum Jahresende in Kraft. Der BIV und der ZVK übernehmen dann die bisherigen Aufgaben, während der ZDK seinen wichtigsten Finanz- und Mitgliedschaftsträger verliert. Die langfristigen Auswirkungen auf den politischen Einfluss und den Zusammenhalt der Branche bleiben ungewiss.

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