19 March 2026, 16:16

Bayerns Wolfspopulation halbiert sich nach umstrittenem Jagdgesetz

Liniengraph, der den Anstieg der Wolfsbevölkerung in Deutschland von 2000 bis 2021 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Landtag gibt grünes Licht für leichtere Wolfsjagd in Bayern - Bayerns Wolfspopulation halbiert sich nach umstrittenem Jagdgesetz

In Bayern ist die Zahl der geschützten Wölfe seit 2023 stark zurückgegangen. In jenem Jahr stufte das Land Wölfe und Goldschakale als jagdbare Arten ein, was ihre Bejagung erleichterte. Bis 2025 sank die Wolfspopulation von etwa 50 Tieren auf weniger als 20.

Die Änderung folgte einer umstrittenen Reform des Jagdrechts, die der Landtag verabschiedet hatte. Die neuen Regelungen erweiterten auch die Jagdzeiten für Rehwild und lösten Streit zwischen Politikern und Umweltschützern aus.

Die vom bayerischen Parlament gebilligte Reform räumte Jägern und Grundbesitzern mehr Einfluss auf die Bejagungspläne ein. Behörden dürfen nun leichter Wölfe töten, um Nutztiere zu schützen – obwohl die Tiere nach EU-Artenschutzrecht streng geschützt bleiben. Zudem erlaubt das Gesetz das Erlegen kranker Tiere, wenn dies dem Artenschutz dient.

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Auch die Jagdzeiten wurden angepasst: Rehwild darf nun bereits ab Mitte April bejagt werden, früher als bisher, da sich durch den Klimawandel die Vegetationsphasen im Frühling verschoben haben. Doch die Änderungen sorgten für Spannungen in der Regierungskoalition. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geriet mit Agrarministerin Michaela Kaniber über die Folgen des Gesetzes aneinander.

Umweltverbände wie der Bund Naturschutz kritisieren die gelockerten Vorschriften scharf. Sie warnen, dass die verstärkte Bejagung von Rehen die Überweidung verschärfen und Waldökosysteme schädigen könnte. Der Rückgang der Wolfsbestände wirft zudem Fragen nach den langfristigen Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht auf.

Die Reform hat zu einem drastischen Schwund der Wolfspopulation in Bayern geführt – innerhalb von zwei Jahren halbierte sich der Bestand. Während Jäger nun mehr Spielraum bei der Wildtierregulierung haben, betonen Kritiker die Risiken für den Naturschutz. Das Gesetz bleibt ein Zankapfel zwischen Politikern und Umweltorganisationen.

Quelle