21 April 2026, 14:17

Caren Jess' Bookpink – Neuankömmlinge feiert scharf gesellschaftskritische Premiere in Berlin

Schwarzes und weißes Bild aus dem Jahr 1938 von KÜNSTLER, das eine Gruppe von Tieren zeigt, darunter einen Löwen, eine Giraffe, ein Zebra und ein Flusspferd, in einem dunklen, mysteriösen Raum mit Text, der die Spannung erhöht.

Caren Jess' Bookpink – Neuankömmlinge feiert scharf gesellschaftskritische Premiere in Berlin

Caren Jess' neues Stück Bookpink – Neuankömmlinge feiert Premiere am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Jorinde Dröse

Nach dem Erfolg ihres preisgekrönten Werks Die Katze Eleonore (2023), das sowohl den Dramatikerpreis als auch den Publikumspreis in Dresden erhielt, setzt sich Caren Jess in ihrem aktuellen Stück mit menschlicher Dominanz über Tiere auseinander – in surrealen, scharf gesellschaftskritischen Erzählungen.

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Bookpink – Neuankömmlinge entfaltet sich in drei eigenständigen Szenen, die unterschiedliche Figuren und Themen beleuchten. In einer kämpft eine Adlerfamilie um ihre Autonomie unter menschlicher Kontrolle, in einer anderen gerät ein Kolibri-Influencer in dieselbe Falle. Trotz Fell, Federn und Krallen bleiben die Tiere ohnmächtig gegen systemische Unterdrückung.

Visuell besticht die Inszenierung durch Kathrin Froschs mutige Kostüme und Bühnenbilder, deren Pop-Art-Ästhetik den düsteren Themen eine fast spielerische, grellbunte Leichtigkeit entgegenstellt. Doch trotz komischer Momente endet das Stück in Trauer und Erschütterung.

Inspiriert wurde Jess von ihrer Großmutter Erdmuth, deren Erfahrungen die Auseinandersetzung mit Anpassungsdruck und struktureller Gewalt prägten. Diese Motive ziehen sich auch durch Die Katze Eleonore, in dem eine Frau zur Katze wird, um den erstickenden Ansprüchen der menschlichen Gesellschaft zu entfliehen. Beide Werke hinterfragen den Sozialdarwinismus, den Biologismus und die Mythen von Rasse, Stärke und Kapitalismus, die den Kolonialismus stützen.

Mit Bookpink – Neuankömmlinge führt Jess ihre Tradition fort, scharfe Gesellschaftskritik mit eindringlicher Bühnensprache zu verbinden. Die Mischung aus Humor und Beklemmung konfrontiert das Publikum mit unangenehmen Wahrheiten. Die Premiere am Deutschen Theater unterstreicht einmal mehr ihren Platz als prägende Stimme der zeitgenössischen deutschen Dramatik.

Quelle