Deutsche Renten bleiben trotz Reformen unter OECD-Niveau – warum das System kriselt
Ben NetteMachen kleine Renten arm? - Deutsche Renten bleiben trotz Reformen unter OECD-Niveau – warum das System kriselt
Renten in Deutschland bleiben trotz geplanter Reformen unter OECD-Durchschnitt
Trotz anstehender Reformen zählen die Renten in Deutschland weiterhin zu den niedrigsten in den Industrienationen. Aktuelle Daten zeigen, dass Männer im Schnitt eine monatliche Bruttorente von knapp 1.580 Euro erhalten, während Frauen mit etwas über 1.070 Euro auskommen müssen. Kritiker bemängeln, dass das System viele Rentner im Vergleich zu anderen OECD-Ländern mit bescheidenen Einkommen zurücklässt.
Das von der Regierung geplante Rentpaket, das im Dezember 2024 in Kraft treten soll, zielt darauf ab, die Leistungen zu stabilisieren – doch der Preis dafür ist hoch. Experten warnen vor steigenden Beitragssätzen und langfristigem Finanzdruck auf das System.
Die aktuellen Zahlen offenbaren große Unterschiede bei den Rentenauszahlungen: Jeder zehnte Rentner bezieht weniger als 300 Euro im Monat, 12 Prozent erhalten zwischen 300 und 600 Euro, weitere 13 Prozent liegen zwischen 600 und 900 Euro. Dennoch bedeuten geringe Renten nicht automatisch Armut – manche Haushalte mit minimalen Auszahlungen verzeichnen trotzdem ein Bruttoeinkommen von über 5.300 Euro.
Wer 35 Jahre oder länger in die Rentenkasse eingezahlt hat, erhält zwar rund 400 Euro mehr – doch selbst dann bleibt Deutschlands Nettoersatzquote hinter anderen Ländern zurück. Mit 51 Prozent liegt sie deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 63 Prozent. Staaten wie die Niederlande (91 Prozent) oder Österreich (90 Prozent) gewähren ihren Rentnern deutlich großzügigere Leistungen.
Das Rentpaket der Koalition soll das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent halten und die Mütterrente ausbauen – doch diese Maßnahmen sind kostspielig. Bis 2040 werden zusätzliche Ausgaben von schätzungsweise 111 Milliarden Euro erwartet. Alexander Gunkel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Bund, prognostiziert, dass der Beitragssatz bis 2028 um 1,2 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent steigen wird.
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, fordert weitere Reformen. Sie plädiert dafür, auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, um die Finanzlasten zu verteilen.
Die Rentenerhöhungen ab Dezember 2024 werden zwar die Ausgaben und Beitragssätze in die Höhe treiben, doch viele Rentner werden weiterhin mit bescheidenen Bezügen auskommen müssen. Da Deutschlands Ersatzquote hinter anderen OECD-Ländern zurückbleibt, bleibt die langfristige Tragfähigkeit des Systems fraglich. Die geplanten Maßnahmen der Regierung sollen die Leistungen stabilisieren – doch Kritiker bestehen darauf, dass tiefgreifendere Änderungen nötig sind.






