27 March 2026, 06:12

Deutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – trotz schwacher Winde und hoher Kosten

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – trotz schwacher Winde und hoher Kosten

Deutschland treibt den Bau von 2.000 neuen Windkraftanlagen an Land bis 2030 voran – trotz Bedenken wegen hoher Kosten und schwacher Windverhältnisse. Umweltminister Carsten Schneider will die Windenergie auch in weniger windreiche Regionen ausbauen, insbesondere in Süddeutschland. Damit soll die Abhängigkeit von den Windparks im Norden verringert und der Bedarf an langfristigen Stromtransportleitungen gesenkt werden.

Süddeutschland hinkt bei der Erschließung erneuerbarer Energien traditionell dem windreichen Norden hinterher. Bayern, eines der Bundesländer mit den geringsten Windaufkommen, weist derzeit einen "Gütefaktor" für Windbedingungen von nur 55 Prozent auf. Dennoch stehen 76 Prozent der Anlagen in schwachwindigen Gebieten und sind auf hohe Subventionen angewiesen, um rentabel zu bleiben.

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Die Bundesregierung plant, zusätzliche 12 Gigawatt Windkraftleistung auszuschreiben – der Großteil der neuen Anlagen soll in Bayern und anderen windschwachen Regionen entstehen. Schneider besteht darauf, das Referenzertragsmodell beizubehalten, das die geringeren Erträge in diesen Gebieten ausgleicht. Allerdings treibt der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankerte Korrekturfaktor die Förderung für Standorte mit schwachem Wind weiter in die Höhe und erhöht so die Kosten.

Deutschland hat bereits die höchsten Strompreise Europas: Energieintensive Industrien zahlen 2024 durchschnittlich 10,5 Cent pro Kilowattstunde. Kritiker warnen, dass teure Windenergie aus Süddeutschland die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie weiter schwächen könnte. Betroffen sind insbesondere Regionen in Ostfriesland, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern.

Bis 2030 sollen 2.000 neue Windräder entstehen, vor allem in den südlichen Bundesländern. Die Subventionen für schwachwindige Projekte bleiben bestehen, doch die steigenden Kosten könnten die Wirtschaft belasten. Die Politik zielt zwar auf eine ausgewogenere Energieverteilung ab, riskiert aber, die Windkraft in windarmen Gebieten noch teurer zu machen.

Quelle