DKG-Studie warnt: Notfallvorsorge in Krankenhäusern braucht Milliardeninvestitionen bis 2030
Dörthe KrauseBayern ruft nach Vorbereitung des Gesundheitssystems auf Kriegs- und Krisenszenarien - DKG-Studie warnt: Notfallvorsorge in Krankenhäusern braucht Milliardeninvestitionen bis 2030
Eine aktuelle Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) unterstreicht den dringenden Bedarf, die Notfallvorsorge in Krankenhäusern deutlich zu stärken. Der erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Bericht schätzt, dass allein der Schutz von Gesundheitseinrichtungen vor Sabotage und Cyberangriffen rund 2,7 Milliarden Euro kosten würde. Umfassendere Vorbereitungen auf ein kollektives NATO-Verteidigungsszenario könnten hingegen zwischen 5 und 15 Milliarden Euro erfordern.
Die DKG-Studie benennt zentrale Maßnahmen zur Verbesserung der Krankenhausbereitschaft. Dazu gehören der Ausbau der Kapazitäten zur Behandlung verwundeter Soldaten, der Bau gesicherter unterirdischer Ausweichstandorte sowie die Bevorratung lebenswichtiger medizinischer Güter. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz vor nuklearen, biologischen und chemischen Bedrohungen.
Die CSU-Politikerin Judith Gerlach betonte die Bedeutung eines widerstandsfähigen Gesundheitssystems für die nationale Sicherheit. Sie forderte bundesweit einheitliche Standards, um sicherzustellen, dass Krankenhäuser in Krisenlagen handlungsfähig bleiben. Konkrete Pläne oder Maßnahmen Bayerns als Reaktion auf die Empfehlungen der Studie wurden bisher jedoch nicht bekannt gegeben.
Die finanziellen Anforderungen sind beträchtlich: Während 2,7 Milliarden Euro für grundlegende Schutzmaßnahmen gegen Sabotage und Cyberangriffe veranschlagt werden, könnten die Kosten für eine vollständige NATO-Verteidigungsvorbereitung auf bis zu 15 Milliarden Euro steigen. Unklar bleibt, wie diese Summen aufgeteilt oder finanziert werden sollen.
Die Ergebnisse der DKG verdeutlichen den enormen Investitionsbedarf, um die deutsche Gesundheitsinfrastruktur zu sichern. Ohne klare Finanzierungsmodelle oder verbindliche Zusagen der Länder bleiben die vorgeschlagenen Maßnahmen jedoch Theorie. Die Veröffentlichung des Berichts hat zwar eine Debatte angestoßen, doch konkrete Schritte stehen noch aus.






