Drohnen legen Münchner Flughafen lahm – Experten fordern schärfere Regeln
Birgitta SchulzExperten fordern Identifizierungsanforderung für Drohnen - Drohnen legen Münchner Flughafen lahm – Experten fordern schärfere Regeln
Flughafen München erlebte schwere Behinderungen am Donnerstagabend und Freitag, nachdem Drohnen unbekannter Herkunft in der Nähe des Geländes aufgetaucht waren. Die Vorfälle haben die Forderungen nach strengeren Drohnenregelungen in ganz Deutschland neu entfacht. Luftfahrtexperten drängen nun auf dringende Änderungen, um weiteres Chaos im Luftraum zu verhindern.
Die Drohnen erschienen ohne Vorwarnung und zwangen das Flughafenpersonal, den Betrieb vorübergehend einzustellen. Ähnliche Warnmeldungen folgten am Freitagabend, nachdem bereits Tage zuvor nicht genehmigte Drohnen über Schleswig-Holstein gesichtet worden waren.
Gerald Wissel, Vorsitzender des Europäischen Verbandes für unbemannte Luftfahrt (EUVA), fordert eine lückenlose und verpflichtende Kennzeichnungspflicht für alle legalen Drohnen. Ohne eine klare Identifizierung sei es nahezu unmöglich, legale von illegalen Flügen zu unterscheiden, argumentiert er. Als Lösung schlägt er die Einrichtung eines "virtuellen Zauns" um Flughäfen vor, um Drohnen den Zugang zu Sperrzonen zu verwehren.
Wissel warnte vor den erheblichen Risiken, die von Drohnen ausgehen – darunter mögliche Triebwerksschäden sowie Störungen bei Starts und Landungen. Zwar räumte er ein, dass häufige Vorfälle langfristig Auswirkungen auf den Reiseverkehr haben könnten, doch erwarte er nicht, dass die jüngsten Ereignisse die Pläne für die anstehenden Herbstferien beeinträchtigen würden. Seiner Einschätzung nach werden Passagiere die Zwischenfälle schnell vergessen und wie gewohnt weiterfliegen.
Die wiederholten Drohnensichtungen haben Schwachstellen in den aktuellen Vorschriften offenbart. Experten fordern die Behörden nun auf, Kennzeichnungspflichten und virtuelle Barrieren durchzusetzen, um weitere Störungen zu verhindern. Ohne solche Maßnahmen könnten Flughäfen weiterhin mit Unterbrechungen und Sicherheitsrisiken konfrontiert sein.






