Maskenaffäre: Wie gravierende Pannen bei Fiege die Pandemie-Beschaffung erschütterten
Birgitta SchulzMaskenaffäre: Wie gravierende Pannen bei Fiege die Pandemie-Beschaffung erschütterten
Ein langwieriger Streit um die Maskenbeschaffung Deutschlands während der Pandemie ist erneut aufgeflammt. Jens Spahn, damals Gesundheitsminister und heute stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, war für Verträge verantwortlich, die später heftiger Kritik ausgesetzt waren. Neue Details enthüllen gravierende Versäumnisse des Logistikunternehmens Fiege, das 2020 für die Verteilung von Schutzausrüstung zuständig war.
Die Probleme begannen früh in der Pandemie, als Spahns Ministerium Fiege mit der Abwicklung der Maskenlieferungen beauftragte. Schon bald stauten sich Lkw vor den Lagern des Unternehmens, weil Lieferanten nicht ordnungsgemäß informiert worden waren. Selbst grundlegende Aufgaben wie die Erfassung eingehender Sendungen wurden falsch gehandhabt, was zu unvollständiger und verspäteter Dokumentation führte.
Eine Untersuchung der Unternehmensberatung EY kam später zu dem Schluss, dass Fiege für schwerwiegende Fehler verantwortlich war. Der Regierung war bekannt, dass Lieferanten aufgrund dieser Pannen mit Zahlungsverzögerungen zu kämpfen hatten – dennoch wurden keine Entschädigungsforderungen geltend gemacht. Stattdessen schickten Beamte über 1.000 Nachfragen an Fiege, was die Prozesse zusätzlich verlangsamte und die Vertragsbeendigungen verzögerte.
Die Folgen waren kostspielig: Mehr als 100 Maskenlieferanten verklagten die Bundesregierung später auf Milliardenbeträge wegen ausstehender Zahlungen. Unterdessen reichte die Grünen-Fraktion 90 Fragen zu Spahns Rolle ein – erhielt jedoch nur ausweichende Antworten. Oppositionspolitiker werfen dem Gesundheitsministerium seitdem vor, die Versäumnisse von Fiege vertuscht zu haben, und fordern Konsequenzen für das Managementversagen.
Trotz Warnungen von EY vor hohen Klagrisiken leitete das Ministerium keine rechtlichen Schritte gegen den Logistikdienstleister ein. Kritiker fragen nun, warum es für die Verantwortlichen des Skandals keine politischen Konsequenzen gab.
Die Maskenaffäre wirft weiterhin Fragen zu Transparenz und Kontrolle auf. Mit noch anhängigen Klagen und oppositionellen Forderungen nach Aufklärung zeigt der Fall, wie sehr die Entscheidungsfindung in der Pandemiezeit nachwirkt. Die Weigerung der Regierung, Schadensersatz von Fiege zu verlangen, lässt zentrale Fragen zur finanziellen Verantwortung offen.






