Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Oberfläche und einfacheren Meldungen
Ben NetteVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Oberfläche und einfacheren Meldungen
Ein bayerisches Gericht hat TikTok nach einer Klage von Verbraucherschützern dazu verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern. Im Fokus des Urteils stehen die algorithmusgesteuerten Empfehlungen der App sowie die Meldung illegaler Inhalte durch Nutzer. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Die von der Verbraucherzentrale Bayern eingereichte Klage konzentrierte sich auf zwei zentrale Punkte. Zum einen kritisierte das Gericht das Videosystem der Plattform, das standardmäßig auf der Auswertung persönlicher Nutzerdaten basiert. Es entschied, dass Nutzer eine klare Möglichkeit erhalten müssen, die Profilbildung abzulehnen und Inhalte zu sehen, die nicht auf ihrem bisherigen Verhalten beruhen.
Der zweite Kritikpunkt betraf den Meldeprozess für illegale Inhalte. Hier stellte das Gericht fest, dass der offizielle Meldeweg von TikTok hinter einem schwer auffindbaren Dropdown-Menü verborgen war. Dadurch gestaltete sich das Melden schädlicher Inhalte für Nutzer unnötig kompliziert.
In der Konsequenz ordnete das Gericht an, dass TikTok seine Oberfläche überarbeiten muss. Die App ist nun verpflichtet, die Einstellungen für Empfehlungen sowie die Meldeoptionen deutlich sichtbarer und leichter zugänglich zu gestalten.
Laut Urteil muss TikTok sicherstellen, dass Nutzer datenbasierte Inhalte einfach abwählen und offizielle Meldewerkzeuge problemlos finden können. Da das Urteil jedoch noch angefochten werden kann, sind bisher keine unmittelbaren Änderungen umgesetzt worden. Der Fall unterstreicht die anhaltende Prüfung, wie Plattformen mit Nutzerdaten und Inhaltsmoderation umgehen.






