Grüner Dominik Krause wird Münchens neuer Oberbürgermeister – und blockiert die dritte Startbahn
Dörthe KrauseGrüner Dominik Krause wird Münchens neuer Oberbürgermeister – und blockiert die dritte Startbahn
Dominik Krause von den Grünen ist mit 56,4 Prozent der Stimmen zum neuen Münchner Oberbürgermeister gewählt worden. Sein Sieg beendet die lange Amtszeit von Dieter Reiter (SPD) an der Spitze der Stadt. Krause, ein engagierter Klimaschützer, wird nun eine zentrale Rolle dabei spielen, Münchens Haltung zu großen Infrastrukturprojekten zu prägen – darunter die umstrittene dritte Startbahn am Flughafen München.
Krauses Wahl fällt in eine entscheidende Phase für die Expansionspläne des Münchner Flughafens. Das Projekt wurde durch ein Moratorium des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) verzögert, das bis 2028 gilt. Söders Regierung hat sich bisher nicht klar zur dritten Startbahn bekannt, sondern setzt stattdessen auf den Ausbau des Terminals 2 bis 2035, um jährlich zehn Millionen zusätzliche Passagiere abfertigen zu können.
Der Flughafen selbst hat rechtliche Schritte eingeleitet, um seine Baugenehmigungen zu sichern, mit der Begründung, dass bereits Vorarbeiten begonnen hätten. Im Juli 2025 wies das Verwaltungsgericht Klagen gegen die Genehmigung der Startbahn ab und hielt das Projekt damit formal aufrecht. Dennoch drängt Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin auf die Erweiterung und verweist auf den steigenden Kapazitätsbedarf.
Als Oberbürgermeister wird Krause München in der Gesellschafterversammlung des Flughafens vertreten, wo die Stadt mit 23 Prozent beteiligt ist und ein faktisches Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen besitzt. Obwohl er das Thema Startbahn im Wahlkampf gemieden hat, deutet sein klimapolitisches Programm darauf hin, dass er das Projekt ablehnen wird. Mit Söders anhaltendem Moratorium und Münchens wahrscheinlichem Veto sieht die Zukunft der Startbahn zunehmend ungewiss aus.
Die Wahl Dominik Krauses verändert die politische Landschaft Münchens und stärkt die Opposition gegen die dritte Startbahn. Seine Position im Aufsichtsrat des Flughafens in Kombination mit dem landesweiten Baustopp bildet eine erhebliche Hürde für das Vorhaben. Vorerst bleiben die Expansionsbemühungen blockiert – Lufthansa und die Flughafenverantwortlichen stehen damit vor einer komplexen Herausforderung.






