Hitzige Stichwahl-Debatte in Dorfen: Freibad und Infrastruktur spalten Kandidaten
Elwira SpeerHitzige Stichwahl-Debatte in Dorfen: Freibad und Infrastruktur spalten Kandidaten
Über 300 Bürger versammelten sich in der Jakobmayer-Halle zu einer hitzigen Stichwahl-Debatte zwischen den Oberbürgermeisterkandidaten in Dorfen. Die vom Erdinger/Dorfener Anzeiger organisierte Veranstaltung wurde zudem per Livestream an ein größeres Publikum übertragen. Das Schicksal des örtlichen Freibads entwickelte sich zum umstrittensten Thema des Abends.
Die Debatte folgte einem klaren Ablauf mit schnellen Ja-Nein-Runden und direkten Fragen aus dem Publikum. Heinz Grundner (CSU) plädierte für eine Verlegung des Bads und verwies auf einen wachsenden Sanierungsstau sowie strengere Lärmschutzvorschriften. Claudius Siebert (UWG, LDW, SPD, Grüne) entgegnete, die Anlage könne am aktuellen Standort mit einer professionellen Bewirtschaftung weiterhin tragfähig bleiben.
Infrastruktur und Wohnraumpolitik prägten weite Teile der Diskussion. Grundner kritisierte die Weigerung des Stadtrats, die Unterhaltung der Staatsstraße 2086 zu übernehmen, und bezeichnete dies als verpasste Chance. Siebert konterte mit dem Vorwurf mangelnder Kostentransparenz im ursprünglichen Vorschlag. Beim Thema Wohnen machte Siebert den Mangel an bezahlbarem Wohnraum für frühere Bevölkerungsrückgänge verantwortlich, während Grundner die Ursache in einer zu geringen Nachfrage sah.
Auch bei Verkehrslösungen gingen die Meinungen auseinander. Beide waren sich einig, dass die geplante Umgehungsstraße Mehlmühle kaum zur Entlastung beitragen werde, doch über die Notwendigkeit einer großen Ringstraße stritten sie sich. Siebert nahm eine kämpferische Haltung in der Flächennutzung ein und behauptete, im Gegensatz zum Amtsinhaber persönlich mit Grundbesitzern in Rutzmoos verhandelt zu haben – nachdem der Kreistag den Schutzstatus des Gebiets aufgehoben hatte.
Zum Abschluss betonten beide Kandidaten ihre volle Hingabe für das Amt des Bürgermeisters und den Zusammenhalt der Gemeinde. Dorfens Einwohnerzahl wächst seit 2022 stetig und liegt Anfang 2026 bei etwa 15.200 Einwohnern, begünstigt durch Zuzug aus dem Umland und familienfreundliche Politik. Der künftige Bürgermeister übernimmt laufende Projekte, darunter 200 neue Sozialwohnungen und ein Gewerbegebiet, das bereits 500 Arbeitsplätze geschaffen hat.






