16 April 2026, 04:13

IG Metall warnt vor Jobverlusten durch Verbrenner-Aus 2035

Balkendiagramm der CO2-Emissionen im Verkehrssektor Deutschlands (ohne Diesel-PKW) über die Zeit in Millionen Tonnen.

IG Metall erwartet Arbeitsplatzrettung durch späteren Ausstieg aus Verbrennungsmotor - IG Metall warnt vor Jobverlusten durch Verbrenner-Aus 2035

Der Vorsitzende der IG Metall Bayern, Horst Ott, hat die Automobilindustrie aufgefordert, das für 2035 geplante Verbot von Neuzulassungen mit Verbrennungsmotoren zu lockern. Er warnt, dass strenge Vorschriften zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen könnten. Gleichzeitig kritisiert Jörg Schlagbauer, der Vorsitzende des Audi-Betriebsrats, die von der EU verhängten Strafzahlungen für die Überschreitung von CO₂-Zielen und bezeichnet sie als potenzielle Bedrohung für die Branche.

Beide Vertreter sind sich einig, dass die Elektromobilität die Zukunft ist, streiten jedoch darüber, wie der Wandel finanziert werden soll. Ihre Aussagen verdeutlichen die Spannungen zwischen Umweltzielen und Arbeitsplatzsicherheit im deutschen Automobilsektor.

Horst Ott argumentiert, dass eine Aufweichung des Verbots ab 2035 helfen würde, Arbeitsplätze zu schützen. Eine flexiblere Frist würde seiner Meinung nach den Bedarf an großflächigen Entlassungen verringern, die von den Beschäftigten nicht hingenommen würden. Gleichzeitig betont er, dass die Elektromobilität "der Hauptweg" für die Zukunft der Branche bleibe.

Ott schlägt zudem vor, die Gewinne aus der älteren Verbrennertechnologie zur Finanzierung des Umstiegs auf Elektrofahrzeuge zu nutzen. Sollte das Verbot verschoben werden, rechnet er mit weniger Stellenstreichungen als derzeit geplant. Allerdings warnt er, dass die Branche ihre Strategie überdenken müsse, falls sich die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern.

Martin Kimmich, der Vorsitzende des BMW-Betriebsrats, unterstützt den Fokus auf die Elektromobilität. Er weist darauf hin, dass kein großer Hersteller mehr ausschließlich auf Verbrennungsmotoren setzen wolle. Alle Automobilkonzerne hätten bereits massiv in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen investiert, so Kimmich.

Jörg Schlagbauer, der Chef des Audi-Betriebsrats, lehnt die EU-Strafen für verfehlte CO₂-Vorgaben ab. Er bezeichnet die Abgaben als mögliches "Todesurteil" für die Branche und schlägt stattdessen eine Umwidmung der Gelder vor. Sein Vorschlag umfasst Investitionen in neue Technologien und Produktionsstandorte, wobei strenge Regeln sicherstellen sollen, dass die Mittel nicht als Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden.

Die Debatte spiegelt den Konflikt zwischen Umweltpolitik und Arbeitsplatzsicherheit wider. Sowohl Ott als auch Schlagbauer setzen sich für einen Wandel ein, der Jobs erhält und gleichzeitig den Übergang zur Elektromobilität vorantreibt. Ihre Lösungsansätze umfassen die Nutzung bestehender Gewinne für Innovationen sowie die Lockerung regulatorischer Vorgaben, um Massenentlassungen zu vermeiden.

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