Kreative Projekte in Bayern kämpfen gegen Lebensmittelverschwendung mit Gemeinschaftskühlschrank und Retter-Café
Ben NetteKreative Projekte in Bayern kämpfen gegen Lebensmittelverschwendung mit Gemeinschaftskühlschrank und Retter-Café
Zwei bayerische Initiativen gehen mit kreativen Ideen gegen Lebensmittelverschwendung vor
In München steht ein Gemeinschaftskühlschrank allen offen, während in Freising ein Café ausschließlich Gerichte aus geretteten Lebensmitteln anbietet. Beide Projekte setzen auf Ehrenamtliche und Kooperationen, um genießbare Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren.
Im Eine-Welt-Haus in München dient ein Kühlschrank als offene Austauschplattform. Betreut von der Initiative Foodsharing, die überschüssige Lebensmittel sammelt, funktioniert er als unkomplizierte Abholstation: Jede und jeder darf sich bedienen – ganz ohne Fragen.
In Freising geht das Café Übrig einen anderen Weg. Jeden Dienstag verwandelt es gerettete Zutaten in kostenlose Mahlzeiten. Das Café arbeitet mit Supermärkten, Mensen und lokalen Betrieben zusammen, um Lebensmittel zu sichern, die sonst im Müll landen würden. Vier Mitarbeiter in Minijobs bereiten die Speisen zu, während Spenden der Gäste das Projekt am Laufen halten.
Das Café war das erste seiner Art in Bayern. Es ergänzt die Freisinger Tafel, eine ehrenamtlich betriebene Lebensmittelausgabe, die Bedürftige wöchentlich mit Grundnahrungsmitteln versorgt. Konkurrenz gibt es nicht – das Café Übrig verarbeitet nur das, was die Tafel nicht weitergeben kann. Beide sind Teil der bundesweiten Foodsharing-Bewegung, die sich für ein nachhaltigeres und weniger verschwendungsintensives Ernährungssystem einsetzt.
Die Projekte zeigen, wie Lebensmittelverschwendung praktisch vermieden werden kann: In München ermöglicht der Gemeinschaftskühlschrank direkten Zugang zu geretteten Lebensmitteln, in Freising sorgen Café und Tafel dafür, dass überschüssige Zutaten bei denen ankommen, die sie brauchen. Beide leben von der Unterstützung vor Ort – und beweisen, dass Solidarität und Kreativität Hand in Hand gehen.






