08 May 2026, 14:20

Krisenbonus scheitert: Bundesländer blockieren 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer

Alte deutsche 100-Pfennig-Banknote mit Porträt eines Mannes auf schwarzem Hintergrund.

Krisenbonus scheitert: Bundesländer blockieren 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer

Geplanter Krisenbonus scheitert am Widerstand der Bundesländer

Die von der bundesweiten Mitte-links-Koalition geplante Krisenprämie stößt auf massive Ablehnung der meisten Bundesländer. Die Maßnahme sollte die finanzielle Belastung der Bürger angesichts steigender Lebenshaltungskosten im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran abfedern. Doch die Länderchefs haben den Vorschlag nun als ungerecht und schlecht konzipiert zurückgewiesen.

Die Bundesregierung hatte eine steuerfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro für Arbeitnehmer vorgeschlagen, die von den Arbeitgebern bis Juni 2027 ausgezahlt werden sollte. Zusammen mit einem Kraftstoffrabatt sollte das Paket Haushalten helfen, die mit höheren Ausgaben zu kämpfen haben. Kritiker wiesen jedoch schnell darauf hin, dass viele Beschäftigte die Zahlung voraussichtlich nicht erhalten würden.

Die Länder argumentierten, der Plan sei ohne ihre Mitwirkung erarbeitet worden – obwohl sie einen Großteil der Kosten tragen müssten. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) warnte, die Prämie führe zu Mindereinnahmen von 2,8 Milliarden Euro, wobei die Länder zwei Drittel der Rechnung übernähmen und die Kommunen mit 700 Millionen Euro belastet würden.

Im Bundesrat sprachen sich mehrere Ministerpräsidenten gegen die Regelung aus. Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, lehnte sie in seiner letzten Rede ab und erklärte: „Gute Absichten machen noch keine gute Politik.“ Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, kritisierte den Bonus als ungerecht, da nur eine kleine Gruppe von Arbeitnehmern profitieren würde. Stattdessen forderte sie die Bundesregierung auf, Steuerreformen voranzutreiben, die Gering- und Mittelverdiener breiter entlasten.

Da die Länder den Vorschlag abgelehnt haben, kann die Bundesregierung nun den Vermittlungsausschuss anrufen. Dieses Gremium soll einen Kompromiss zwischen Bund und Ländern aushandeln – es bleibt also möglich, dass eine überarbeitete Fassung der Prämie doch noch beschlossen wird.

Die Ablehnung des Krisenbonus wirft jedoch Fragen über die weiteren Entlastungsmaßnahmen der Regierung auf. Kommt keine Einigung zustande, werden die geplanten steuerfreien Zahlungen nicht umgesetzt. Der Streit zeigt zudem die anhaltenden Spannungen zwischen Bund und Ländern bei der Verteilung der finanziellen Lasten zur Unterstützung der Bürger.

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