20 March 2026, 18:12

Milchpreise stürzen ab – Agrarminister blockieren Rettungsplan für Bauern

Deutscher Briefmarke aus etwa 1913 mit drei Kühen und einer Burg, mit der Aufschrift "Landwirtschaftskammer."

Milchpreise stürzen ab – Agrarminister blockieren Rettungsplan für Bauern

Deutsche Milchbauern stehen vor einem drastischen Preisverfall bei Rohmilch

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Erzeugerpreise für Rohmilch sind im Januar 2026 auf 39,40 Euro pro 100 Kilogramm eingebrochen – ein Rückgang um 4,10 Euro im Vergleich zum Dezember und ein Minus von 11,8 bis 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Doch ein Vorschlag zur Unterstützung der notleidenden Betriebe wurde nun von den Agrarministern der Länder abgelehnt, was scharfe Kritik von Branchenvertretern und Politikern auslöste.

Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne) hatte gefordert, EU-Krisenmaßnahmen einzuleiten, um die Rohmilchpreise zu stabilisieren und die Widerstandsfähigkeit der Milchwirtschaft zu stärken. Ihr Plan sah unter anderem eine freiwillige Reduzierung der Milchmenge vor, um den Marktdruck zu verringern. Doch die Ressortchefs aus CDU- und SPD-geführten Ländern erkannten zwar die schwierige Lage an – lehnten finanzielle Hilfen jedoch ab.

Staudte verurteilte die Entscheidung als einen «vernichtenden Schlag» für die Landwirte und warf den CDU- und CSU-Ministern vor, sie hätten eine «ideologische Rechnung» aufgestellt, statt die Krise zu lösen. Die Ablehnung fällt in eine Phase, in der die Exporte von Milchprodukten wie Butter um 46,3 Prozent eingebrochen sind und die finanzielle Belastung der Erzeuger weiter verschärft wird.

Landwirtschaftsverbände hatten Staudtes Plan unterstützt und gewarnt, ohne Gegensteuerung drohe ein weiterer Abwärtstrend der Branche. Doch trotz der Dringlichkeit wurden in den Beratungen keine alternativen Lösungsansätze vorgelegt.

Die Ablehnung lässt die Milchbauern ohne unmittelbare Hilfe zurück, während die Preise weiter fallen. Angesichts schrumpfender Exporte und ausbleibender staatlicher Unterstützung müssen die Erzeuger die Krise nun ohne öffentliche Stützungsmaßnahmen bewältigen. Die Entscheidung offenbart zudem die Spaltung zwischen den Ländern, wie mit der Agrarkrise umgegangen werden soll.

Quelle